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Henkel-Vorstandsvorsitzender Hans Van Bylen hat die Strategie "Henkel 2020+" präsentiert

Henkel will „schneller“ werden

18.11.2016

Der Konsumgüter-Konzern Henkel setzt auf Digitalisierung und Dienstleistungen, um sein Wachstumstempo in den kommenden vier Jahren zu halten. Bis 2020 werde der Umsatz aus eigener Kraft im Schnitt um 2 bis 4 Prozent zulegen, kündigte Henkel am 17. November in Düsseldorf an.

Mit vier Strategiefeldern will Henkel sein Wachstumstempo in den nächsten vier Jahren halten

Henkel hat vor Journalisten seine neuen strategischen Prioritäten und Ambitionen vorgestellt, die das Unternehmen bis 2020 und darüber hinaus prägen werden. Arbeitstitel: „Henkel 2020+“. Auf Basis einer starken Ausgangsposition will Henkel seinen profitablen Wachstumskurs fortsetzen. Dafür setzt das Unternehmen auf vier strategische Prioritäten: Wachstum vorantreiben, Digitalisierung beschleunigen, Agilität steigern und in Wachstum investieren.

Neben dem traditionellen Geschäft, dem Verkauf von Waschmitteln, Kosmetik und Klebstoffen, startet Henkel neue Initiativen wie eine Online-Buchungsplattform für Friseurtermine oder ein Wäscheservice, um Kunden zu gewinnen. Geplant sind zudem Partnerschaften sowie Investitionen in Start-up-Unternehmen.

Es gelte, Henkel noch stärker auf die Bedürfnisse der Kunden und Konsumenten auszurichten, sagte Henkel-Chef Hans Van Bylen. Der seit Mai amtierende Manager stellte seine neue Strategie für die kommenden Jahre vor. Aufwärtsgehen soll es seinen Plänen zufolge auch mit dem Ergebnis. Den bereinigten Gewinn je Vorzugsaktie will Henkel bis 2020 um 7 bis 9 Prozent steigern. Dies beinhaltet den Einfluss von Währungskursentwicklungen; bedeutende Akquisitionen oder ein Aktienrückkauf sind darin nicht berücksichtigt. Zudem verfolgt Henkel den Anspruch, die EBIT-Marge weiter zu steigern und den Free Cashflow weiter zu erhöhen. Dies wäre allerdings etwas weniger, als sich der Konzern für dieses Jahr vorgenommen hat. Zulegen will der Konzern zudem im operativen Geschäft, ohne jedoch dafür eine konkrete Vorgabe zu machen.

„Wir verfolgen bei Henkel einen gemeinsamen Unternehmenszweck: nachhaltig Werte zu schaffen – für unsere Kunden und Konsumenten, Mitarbeiter, Anteilseigner sowie für unsere Stakeholder und das gesellschaftliche Umfeld, in dem wir agieren. Zudem leiten uns unsere Unternehmenswerte in unseren Entscheidungen und unserem Handeln“, so Van Bylen.

Top-Marken an die Front

Bei seinen Plänen setzt Henkel insbesondere auf seine Top-Marken. Der Anteil der zehn größten Marken soll am Gesamtumsatz in den kommenden vier Jahren auf 75 Prozent steigen. Zudem will Henkel schneller werden. Die Zeit zur Einführung neuer Produkte in der Kosmetik oder im Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft soll sich um 30 Prozent verringern, sagte Van Bylen. Um Innovationen auch im Klebstoffbereich voranzutreiben, sind in Düsseldorf und Shanghai sogenannte Innovationszentren in Planung.

Wettbewerbsvorteile sollen neben der Entwicklung neuer Technologien auch Dienstleistungen bringen. Henkel will künftig ihren Industriekunden stärker Beratung und technische Hilfe anbieten. Im Konsumentengeschäft können das beispielsweise auch eine Online-Buchungsplattform für Friseurtermine, Abo-Modelle oder automatische Neubestellungen sein.

Digitales Geschäft verdoppeln

Darüber hinaus will Henkel das Thema Digitalisierung stärker in den Fokus rücken, etwa bei der besseren Vernetzung von E-Commerce-Plattformen mit dem traditionellen Einzelhandel oder bei der stärkeren Nutzung digitaler Medien. Der digital generierte Umsatz soll sich bis 2020 auf mehr als 4 Mrd. Euro verdoppeln. An eigene Online-Shops hat der Konzern vorerst aber nicht gedacht.

Henkel hatte in der Vergangenheit immer wieder auf Zukäufe gesetzt und will dies auch künftig tun. Erst im Sommer hatte der Konzern den US-Konkurrenten Sun Products für 3,2 Mrd. Euro gekauft, um seine Position auf dem wichtigen US-Markt zu stärken. Van Bylen betonte, es gebe noch viele „weiße Flecken“ auf der Landkarte, die es zu tilgen gelte. Beispielsweise sei Henkel in vielen Ländern Asiens mit Waschmitteln noch nicht vertreten. Ergänzende Zukäufe sind aber auch in der Kosmetik und bei den Klebstoffen denkbar. Wie viel Geld Henkel ausgeben könnte, wollte der Manager nicht verraten. Henkel wolle aber auf jeden Fall seine Bonitätsbewertung nicht verschlechtern, sagte er.

Ein Wagnis für 150 Mio. €

Auch in Start-up-Unternehmen will Henkel investieren und wird dafür einen Wagniskapital-Fonds mit einem Volumen von bis zu 150 Mio. Euro starten. Die Gesamtinvestitionen bis zum Jahr 2020 bezifferte Henkel auf bis zu 3 Mrd. Euro, dies sind eine Milliarde Euro mehr als in den vier Jahren zuvor.

Die Konsumgüterindustrie bewegt sich angesichts politischer Unsicherheiten, sich schnell verändernder Märkte sowie Ressourcenknappheit in einem volatilen Umfeld. Den Konzern sieht der Henkel-Chef dennoch bestens aufgestellt. „Henkel ist in einer hervorragenden Ausgangsposition, um in den kommenden Jahren weiter nachhaltig profitabel zu wachsen“, sagte er. Der 55-Jährige hatte erst im Mai den Vorstandsvorsitz von seinem Vorgänger Kasper Rorsted übernommen, der nun den Sportartikelhersteller Adidas führt. Rorsted hatte das Traditionsunternehmen mit Rekordergebnissen verlassen und damit die Latte für seinen Nachfolger hoch gelegt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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