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„Herz-Dreieck“ ist geschlossen

21.03.2005

Nahversorgung: Johann Enne („Rolla“) ist auch mit stationären Geschäften erfolgreich.

Am 17. Februar 2005 war’s so weit: Mit dem 3. Geschäft, und zwar in Hagenbrunn, hat Johann Enne im Weinviertel das Dreieck geschlossen. Jetzt führt der Unternehmer, aus den Medien als „Rollender Laden“-Betreiber landesweit bekannt, 3 Geschäfte unter dem Logo „Der Nahversorger im Ort – Ihr Nahversorger mit Herz“.
Wer Enne kennt, weiß, was für ihn den Ausschlag gegeben hat, neben Großebersdorf und Stetten auch in Hagenbrunn ein Nahversorgergeschäft zu übernehmen: „Ich habe gesehen, dass in Hagenbrunn ein Nahversorger notwendig ist. Die bisher hier erzielten Umsätze haben mich bestärkt, und die Unterstützung der Gemeinde hat den Ausschlag gegeben.“
Aber warum hat er nicht einfach eine Haltestelle auf einer seiner Routen errichtet, die der „Rolla“ im Weinviertel ab-deckt? „Ich überlege sehr genau, wo stationäre Nahversorgung notwendig ist. Wenn keine ausreichende Grundfrequenz vorhanden ist, wird die Gemeinde mobil versorgt“, trennt der Sieger des Lebensmittelkaufmann-Preises 2004 genau nach Kundenbedürfnissen.
Anders als die Rolla-GmbH, bei der Enne als Geschäftsführer fungiert, betreibt er die stationären Geschäfte als Einzelunternehmer. Unterstützt wird er von insgesamt 9 Mitarbeitern, Tochter Sandra besorgt das Controlling und Administration, Sohn Thomas ist operativer Controller und an der Verkaufsfront im Einsatz. Lieferpartner ist das Nah&Frisch-Großhandelshaus Kiennast.
Das 90 m2 große Geschäft in Hagenbrunn war von der Schließung bedroht. Entsprechend Ennes Geschäftsstrategie, nämlich Nah- bzw. Notversorger zu sein, verfügt dieses Geschäft über eine Bedienungstheke und hat sich dem Obst- und Gemüseverkauf verschrieben. Zwei Mitarbeiter betreuen hier 1.500 Artikel. Das Geschäft hat von Montag bis Freitag von 6:30 bis 12:30 Uhr offen, am Nachmittag ist zu. Das schmucke Geschäft verströmt besten dörflichen Charakter. Die langjährige Erfahrung Ennes – zuerst bei Konsum, dann bei Aral und jetzt durch den Rolla, den Enne seit ziemlich genau 5 Jahren erfolgreich betreibt – garantiert, dass das Sortiment exakt auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt ist.
Den Standort in Stetten betreibt Enne seit März 2001. Auf 100 m2 werden rund 1.500 Artikel angeboten. Im Mai 2004 hat der Unternehmer ein Stehcafé eingerichtet, das den Charakter des Geschäftes als Treffpunkt und Kommunikationsstelle kräftig unterstreicht. Kaffee & Backwaren sind die Stärken des Konzepts von „Cup & Cino“, das Enne hier etabliert hat. 3 Teilzeitkräfte betreuen die Kunden von Montag bis Freitag von 6 bis 12:30 Uhr und von 16 bis 18:30 Uhr sowie am Samstag von 7 bis 12 Uhr. Platten, Buffets und Bürozustellungen gehören für das Team in Stetten zum Tagesgeschäft.
Convenience-Store
Das 70 m2 große Geschäft in Großebersdorf verblüfft durch die hohen SB-Ausrichtung. Wurst und Käse werden vorgeschnitten ins Geschäft geliefert. Zwei Teilzeitkräfte betreuen hier im Wechsel die Kunden von Montag bis Samstag von 6 bis 12:30 Uhr. Der nahe gelegene Kindergarten, eine Bank und die Bushaltestelle veranlassen im Schnitt rund 200 Kunden pro Tag zum Einkauf in Großebersdorf. „Hier erzielen wir gute Spannen, weil den Kunden die Nahversorgung etwas wert ist und ich keinem Werbedruck unterliege“, freut sich Enne.
Alle 3 Geschäfte verkaufen Tabakwaren (außerhalb der Geschäftszeiten mit Zigarettenautomaten), arbeiten mit Scannerkassen, backen Brot & Gebäck frisch im Backofen und profitieren von der zentralen Warenwirtschaft, die Sandra Enne vom Büro aus steuert.
„Ich sperre geschlossene Geschäfte wieder auf und habe meine Kinder als Mitarbeiter gewonnen“, ist Enne zufrieden, zwei der größten Sorgen seiner Zunft gelöst zu haben.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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