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Florian Hütthaler (Geschäftsführer der Hütthaler KG) und Günther Helm (Generaldirektor der Hofer KG)

Hofer: Start der FairHOF -Schweinefleisch-Produkte

10.01.2017

Mit dem Tierwohl-Projekt „FairHOF“ legt Hofer die Messlatte für die konventionelle Schweinemast um ein großes Stück höher. Einige der 14 FairHOF-Produkte von „glücklicheren“ Schweinen gibt es bereits ab 11. Jänner 2017 in allen Hofer-Filialen österreichweit.

Seit 2013 hat Hofer mit vielen Projekten, wie dem Bienenprojekt oder dem Leseprojekt, neue Maßstäbe im Handel gesetzt. Mit Beginn 2017 startet der Diskonter mit einem neuen Leuchtturmprojekt rund um das Thema Landwirtschaft durch. Den Anfang macht das nachhaltige Tierwohl-Projekt „FairHOF“, das die konventionelle Schweine-Mast revolutioniert.

Bessere Produktionsbedingungen

Zusammen mit dem Familienbetrieb Hütthaler aus Schwanenstadt, der bereits seit Jahrzehnten mit der Hofer KG zusammenarbeitet, fördert Hofer die regionale Landwirtschaft durch verbesserte Produktionsbedingungen für die Tiere und für die Bauern. „Im Rahmen von Projekt 2020 haben wir uns in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Tierwohl beschäftigt. Bei der Fleischerzeugung haben wir mit ‚Zurück zum Ursprung‘ bereits ein Zeichen für mehr Tierwohl gesetzt. Mit FairHOF verwirklichen wir im konventionellen Bereich nun Maßnahmen, die über die Gesetzgebung weit hinausgehen“, sagte Günther Helm, Generaldirektor der Hofer KG, bei der Pressekonferenz am 10. Jänner in Wien.

Laut dem Verein „Land schafft Leben“ des Bergbauern Hannes Royer leben auf Österreichs Höfen rund 2,8 Millionen Mastschweine. Gut zwei Prozent davon werden nach biologischen Maßstäben gehalten. Insgesamt werden in Österreich jährlich 5,4 Millionen Schweine geschlachtet. Jeder Österreicher isst pro Jahr durchschnittlich 55 Kilogramm Schweinefleisch, also um rund 10 Kilogramm mehr als der EU-Durchschnitt. Die Schweine bekommen in der konventionellen Haltung aus Kostengründen in der Regel gentechnisch-verändertes Soja aus Übersee als Haupteiweißquelle. Die Schweine stehen auf einem Vollspaltboden ohne Einstreu. Kot und Urin fallen durch Spalten im Betonboden, damit sich der Bauer das Ausmisten der Ställe erspart; Gruppenhaltungen sind in der konventionellen Haltung die Norm. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass einem Schwein bis 110 kg 0,7 m² zur Verfügung stehen müssen.

Glücklichere Schweine

Ganz anders läuft die Sache bei den Schweinen der 14 Landwirte (insgesamt sind es 15, doch einer davon ist ein Rinderbauer, der die Tiere für das gemischte Faschierte liefert), die momentan für das FairHOF-Projekt tätig sind. Die „FairHOF-Schweine“ haben 100 Prozent mehr Platz, als gesetzlich vorgeschrieben. Außerdem steht ihnen auf den Bauernhöfen neben großen Stallungen auch genügend Auslauf zur Verfügung. Der tägliche Auslauf an der frischen Luft sowie das erhöhte Platzangebot fördern nicht nur die Gesundheit, sondern verbessert durch die Trennung von Fress- und Liegeplätzen das Sozialverhalten. Mit Hilfe von besonders geeignetem organischen Beschäftigungsmaterial und verpflichtender Stroh-Einstreu im Stall werden den Tieren abwechslungsreiche Möglichkeiten geboten, um ihr natürliches Erkundungsverhalten auszuleben. Kurzum: Die Tiere der FairHOF-Bauern sind gesünder und glücklicher.

Eine weitere Voraussetzung für gesundes Fleisch ist eine einwandfreie, natürliche Fütterung. Das bedeutet für FairHOF, dass die Tiere mit heimischem Naturfutter, vorwiegend aus eigenem Anbau sowie ausschließlich gentechnik-freiem Donausoja gefüttert werden. Außerdem werden alle Landwirte, die Fleisch für FairHOF-Artikel liefern, nach den AMA-Gütesiegel-Kriterien kontrolliert und zertifiziert. Das heißt konkret, dass alle Tiere aus österreichischer Herkunft stammen und dort auch weiterverarbeitet werden. Zusätzlich müssen die Landwirte aufgrund des AMA-Gütesiegels auch einen höheren Hygienelevel als in der herkömmlichen Landwirtschaft erfüllen. Alle regionalen Landwirte, die Hütthaler mit Nutztieren beliefern, sind deutlich unter 50 Kilometer entfernt. So wird vermieden, dass die Tiere durch lange Transportwege zusätzlichem Stress ausgesetzt sind. Schmerzhafte Treibhilfen sind bei FairHOF tabu, genauso wie das Kupieren von Ringelschwänzen.

Langfristige Partnerschaften

Einen Hof auf FairHOF-Standard umzubauen, erfordert eine Investition und ist zugleich eine richtungsweisende Entscheidung. Mit den Bauern wurde daher eine Abnahmegarantie für mindestens fünf Jahre vertraglich festgelegt. Dazu garantiert Hofer seinen FairHOF-Partnern einen „Projekt-Aufschlag“ in der Höhe von netto 0,414 € pro kg Schlachtgewicht auf den Börsenpreis sowie eine Börsenpreisabsicherung von mindestens netto 1,40 € pro kg Schlachtgewicht. „Bei uns bekommen die Landwirte pro kg Fleisch im Jahresdurchschnitt rund 30 % mehr bezahlt als am Markt üblich. Auch damit möchten wir ein Zeichen in Richtung Fairness setzen“, so Helm.

Die Wurstwaren „Meisteraufschnitt“, „Cocktail-Würstel“ und „Pariser Kranz“ sind bereits ab morgen, 11. Jänner 2017, in allen Hofer-Filialen Österreichs erhältlich. Die Auswahl an Frischfleisch reicht von Schnitzel über Steaks und Geschnetzeltem bis hin zu Faschiertem. Das FairHOF-Frischfleisch Angebot ist ab sofort in Filialen in ganz Oberösterreich sowie in Teilen von Salzburg, Wien und Niederösterreich verfügbar. Das derzeitiger Jahresaufkommen von 13.000 Schweinen soll bis Ende 2017 auf bis zu 20.000 erweitert und so eine österreichweite Abdeckung ermöglicht werden. (ar)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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