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Ein neues Logo ziert den Brauereiverband und somit die Bierkultur Österreichs.

I steh drauf!

16.04.2015

Das Bier hat es schwer zur Zeit: Alkohol gilt immer mehr als „No-Go", die Promotion-Häufigkeit im LEH ist sehr hoch und die Regulierungswut stoppt die Freude am Genuss. Die Brauereien lassen sich nicht unterkriegen.

Sigi Menz, Obmann des Brauereiverbandes Österreich, formulierte es treffend: „Noch ist Österreich ein Land des Genusses und der Lebensfreude, doch die Regulierungswut der Politik könnte das rasch ändern." Die Brauereien sind sich einig und fordern einen „Stopp dieser Regulierungswut", die im Speziellen die Gastronomie betrifft. Doch auch im LEH hat es die Warengruppe Bier nicht leicht. Dort zählt sie seit langem zu den promotionaktivsten Segmenten. „Im Gegensatz zu anderen Getränkekategorien haben Handelsmarken bei Bier eine geringe Relevanz. Nur 10% des Bierabsatzes bzw. 6% des Umsatzes stammt von Eigenmarken der Händler. Dafür spielen aber Promotions eine wichtige Rolle. Rund 60% des Bierumsatzes wird über Promotions erwirtschaftet. Bier ist nach Vollwaschmittel die Kategorie mit dem höchsten Promotionanteil", so Magdalena Kaliauer, GfK-Consumer Panel Services.

Stärkste Getränkewarengruppe
Für die Bierproduzenten ist keineswegs „Hopfen und Malz" verloren. Sie sehen die Zukunft in der Entwicklung neuer Produkte, die da wären: alkoholfreie Biere und Craft Biere (eigentlich handwerklich gefertigte Biere, der „Codex alimentarius austriacus" ist vor kurzem um die Kategorie „Kreativbiere" erweitert worden. Das sind Biere mit außergewöhnlichen natürlichen Rohstoffen bzw. besonderer Herstellungsart, wobei der Basischarakter nach wie vor Bier ist.). Unter den 1000 verschiedenen Bieren, die in Österreich gebraut werden, sind mittlerweile viele davon zu finden. Bier ist mit einem Umsatzanteil von 43,3% (und 654 Mio. Euro) die mit Abstand stärkste Getränkewarengruppe im Handel. Gegenüber dem Jahr 2013 ist dieser Anteil um 1,3 % gestiegen. (ACN KW 1–52 2014). Die gute Nachricht: Die Österreicher tranken 2014 wieder im Durchschnitt 105 Liter pro Kopf und folgen demnach den Tschechen mit 135 Liter .

Tradition ungebrochen
Traditionell ist Lager- und Märzenbier beständig die beliebteste Biersorte der Österreicher. 2014 wurden davon rund 5,37 Mio. hl konsumiert. Das entspricht zwar einem leichten Rückgang um 0,5% gegenüber 2013, der hohe Marktanteil von 63,2% bedeutet aber nach wie vor Platz eins unter den heimischen Biersorten. Der Bier-Gesamtausstoß blieb bei 9,3 Mio. hl konstant, sank im Inland und legte im Export zu. Einbußen im Vergleich mit dem Vorjahr mussten 2014 der Radler mit Alkohol bei einer Gesamtmenge von rund 510.100 hl (–9,5%), Leichtbier mit rund 13.200 hl (–4,4%), Schankbier mit knapp 399.000 hl (–7,4%), Weizenbier mit rund 117.000 hl (–5,2%) sowie Spezialbiere mit knapp 294.000 hl (–6,5%) hinnehmen. Ein kräftiges Plus konnte 2014 wieder alkoholfreies Bier erzielen: Rund 205.000 hl bedeuten eine Absatzsteigerung um 30,9% (rund 48.000 hl). Besonders deutlich fiel die Steigerung beim alkoholfreien Weizenbier aus: Hier ist der Absatz von 8300 auf 25.100 hl gestiegen. Ebenso konnten Vollbiere (+3,7% bzw. rund 46.000 hl) sowie Bockbier (+1,3% bzw. rund 300 hl) Zuwächse verzeichnen.

Glasflasche am beliebtesten

Wie bereits 2013 erweist sich die Glasflasche (EW & MW) mit einem Marktanteil von rund 53% als bevorzugte Gebindeart. Mehr als 3,7 Mio. hl wurden aus der 0,5-Liter-Flasche getrunken, das bedeutet einen Marktanteil von rund 44%. Gefolgt von der Dose (ca. 30 %) und der Flasche 0,33 l mit einem Anteil von ca 15 %. (Quelle: ACN) Die 0,33-l-Flasche kam auf 9%. Absatzsteigerungen verzeichneten sowohl die 0,5-l-Mehrwegglasflaschen mit einem Plus von 0,4% (insgesamt rund 3,68 Mio. hl) als auch die 0,33 l-MW-Glasflasche (+1,6%; knapp 176.000 hl). Leichte Absatzeinbußen erlitt das Fassbier mit minus 2,5%. Insgesamt wurden 2014 dennoch beachtliche 2 Mio. hl Bier vom Fass gezapft.

(ELE)

Eine Übersicht über die Produkte für die Warengruppe Bier und Biermischgetränke finden Sie in der Handelszeitung Ausgabe 8/2015.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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