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Immer mehr Rätsel um dayli

10.07.2013

Seit 4. Juli, dem Tag des Insolvenzantrages, hat die Drogeriekette dayli einen neuen Eigentümer: Die ICU Unternehmensberatung GmbH von Martin Zieger. Was er genau vorhat ist bisher unbekannt, dafür hat das Ö1-Morgenjournal am 9. Juli Überraschendes an den Tag gebracht.

Demnach hatte seine ICU eine Eigenkapitalquote von minus 460 Prozent. Bei der Firma JetSet Austria mit Sitz in Kitzbühel ist Zieger zwar Geschäftsführer, man kenne ihn aber dort nicht, so Ö1. Wie derzeit die Investorensuche für dayli läuft ist unbekannt. Jedenfalls drängt die Zeit. dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner hatte erklärt: „Wir prüfen derzeit Fortführungsszenarien. Das wird sich diese Woche noch hinziehen; aber eine Entscheidung in dieser Woche ist ein Muss“.

Indes müssen die knapp 3.500 dayli-Mitarbeiter in Österreich ohne ihre Juni-Gehälter und Urlaubsgeld über die Runden kommen. Die Beschäftigten - meist Frauen in Teilzeitverträgen - müssen sich bei der Auszahlung der ausstehenden Gehälter und des 13. Monatslohns laut Arbeiterkammer zumindest bis September gedulden. Das nächste Gehalt (für den Juli) bekommen sie Ende Juli vom Masseverwalter ausbezahlt.

In der Causa Geldkoffer lichtet sich langsam der Nebel. dayli-Ex-Eigentümer Rudolf Haberleitner hat bei dem ominösen Diebstahl von einer Million Euro, die er einem vermeintlichen Investor als Vorauszahlung in Italien mitgebracht haben soll, damit dieser 25 Mio. Euro in das marode Unternehmen steckt, Firmenvermögen in den Sand gesetzt. Das berichten mehrere österreichische Medien unter Berufung auf den dayli-Insolvenzantrag, in dem die Million als Forderung angeführt wird.

Nicht nur Lieferanten, Vermieter und Mitarbeiter sind von der dayli-Insolvenz betroffen. Den ehemaligen Hälfteeigentümer Novomatic trifft es schwerer als bisher angenommen. Zusätzlich zu einem bekannten Darlehen in der Höhe von 10 Mio. Euro, hat der Glücksspielkonzern weitere 15 Mio. Euro als nicht rückzahlbaren Gesellschafterzuschuss in das Unternehmen gesteckt. Nach dem Ausstieg bei dayli im Mai erhielt Novomatic laut „profil“ dafür einen „Besserungsschein“.

Nach jüngsten Informationen soll nun in Udine auch die italienische Tochter des Unternehmens bei Gericht den Konkurs anmelden. Dies berichteten die Gewerkschaften der italienischen dayli-Tochter bei einem Treffen mit dem Management des Unternehmens in Bologna.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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