Direkt zum Inhalt

Inflation frisst Kaufkraft

09.11.2011

Angesichts der hohen Inflation von über 3 % für das laufende Jahr droht den Österreichern ein realer Kaufkraftverlust von 0,6 %. Dieser Verlust wird sogar höher als jener 2008 sein, sodass man von einem Double-Dip-Kaufkraftverlust sprechen kann. 2012 wird es jedoch eine Erholung der Kaufkraft geben, RegioData Research geht von einem realen Kaufkraftplus von 0,8 % für das kommende Jahr aus.

Unter einer Double-Dip-Rezession versteht man einen BIP-Rückgang, gefolgt von einem kurzlebigen Aufschwung, dem eine weitere Rezession folgt. Ob es nun zu einem Double-Dip in der österreichischen Wirtschaft kommt, ist noch unklar. Klar ist aber, dass es diese Entwicklung bereits in puncto Kaufkraft gibt: Nach dem realen Minus im Jahr 2008 folgten zwei positive Jahre. 2011 wird es ein erneutes Minus von 0,6 % geben.

Trotz einer allgemeinen Eintrübung der Wirtschaft sowie der Befürchtungen rund um eine Griechenland-Pleite wird die reale Kaufkraft der Österreicher im nächsten Jahr wieder steigen. Grund dafür: relativ hohe Lohnabschlüsse, nur leicht steigende Arbeitslosigkeit sowie deutlich niedrigere Inflationserwartung.

Die Inflation für 2011 wird stärker als angenommen ausfallen. Mit einer Teuerungsrate für das gesamte Jahr von über 3 % wird es trotz nomineller Kaufkraftzuwächse daher zu einem realen Kaufkraftverlust von 0,6 % für 2011 kommen. Von dem für 2011 vorausgesagten nominellen Kaufkraftwachstum im Ausmaß von rund 450,- Euro im Schnitt bleibt daher nach Abzug der Inflation rein rechnerisch nichts übrig. Auch 2008 war das bereits der Fall.

„Auf Grund dieser Entwicklung kann man von einem Double-Dip-Rückgang der österreichischen Kaufkraft sprechen“, erklärt Mag. Mark Ruhsam, Pressesprecher von RegioData Research. Nach dem krisenbedingten Minus von 0,2 % im Jahr 2008 kamen zwei Jahre mit einer positiven Entwicklung, denen 2011 wieder ein realer Rückgang folgen wird.

2012: Kaufkraft erholt sich

Trotz Double-Dip und der erwarteten Verlangsamung des österreichischen Wirtschaftswachstums geht RegioData Research von einem realen Kaufkraftplus von 0,8 % für 2012 aus. „Unsere optimistische Prognose beruht auf den relativ guten Lohnabschlüssen sowie den nur gering steigenden Arbeitslosenzahlen“, kommentiert Ruhsam. „Außerdem wird die Inflation 2012 deutlich geringer als dieses Jahr ausfallen, wir rechnen derzeit mit etwa 2,1 %.“ Im Jahr 2012 werden die Österreicher daher im Schnitt über ein verfügbares Einkommen von 18.860,- € pro Kopf verfügen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Aktuell
16.12.2014

In einer Studie der RegioData wurde festgestellt: die Kaufkraft der Österreicher steigt an und stößt bis Ende 2014 erstmals an die 20.000-Euro-Marke. Die schlechte Nachricht für den Einzelhandel: ...

Um nominell 2,3 % steigt die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft der Österreicher 2014.
Aktuell
10.12.2013

Rund 20.450 Euro wird die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft der Österreicher im nächsten Jahr 2014 betragen, so die aktuelle Prognose von RegioData Research. Dies bedeutet ein nomineller ...

Aktuell
10.04.2013

Die durchschnittliche Kaufkraft der Österreicher ist im vergangenen Jahr um knapp 3% nominell gewachsen und erreicht damit ein Niveau von nahezu 20.000 Euro pro Kopf im Jahr. Damit nehmen wir den ...

Aktuell
10.08.2011

Die Alterklasse 50+ verfügt über 44 Prozent des gesamten österreichischen Kaufkraftvolumens. Das ergab eine Erhebung von RegioData Research.

Aktuell
20.04.2011

Mit einem nominellen Plus von 2,5% für 2010 konnte die Kaufkraft der Österreicher das zweite Jahr in Folge auch inflationsbereinigt steigen. Für 2011 sind die Prognosen pessimistischer: Die ...

Werbung