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Insolvenzstatistik Unternehmen I. Halbjahr 2013

26.06.2013

Die Hochrechnung des ersten Halbjahrs zeigt einen Rückgang der Unternehmenspleiten in Österreich um ca. 7 % auf 2828 Fälle. Die eröffneten Verfahren gingen um etwa 10 % zurück, die mangels Masse nicht eröffneten Konkurse nur um etwa 3 %. Mit einem einzigen Insolvenzfall explodierten die Schulden der insolventen Unternehmen auf das 2,7-fache der Vergleichsperiode und betragen damit 3,8 Mrd. €. Ohne die Mega-Insolvenz Alpine Bau GmbH wären es „nur“ ca. 1,2 Mrd. € gewesen, und damit ein Minus von ca. 14 %.

Die Anzahl der betroffenen Dienstnehmer schnellte ebenfalls in die Höhe: Nahezu 18.000 Menschen arbeiteten in insolvent gewordenen Betrieben (= plus 85 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2012). Davon alleine 4900 Mitarbeiter der Alpine Bau GmbH. Doch auch ohne diese Insolvenz wäre die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter um ca. 34 % angestiegen.

Dazu KSV1870-Insolvenzexperte Dr. Hans-Georg Kantner: „Dieser eine Fall stellt alles in den Schatten, was sonst in diesem Zeitraum in Österreich passiert ist. Aber man darf darüber nicht übersehen, dass die Insolvenzfälle hinsichtlich der Mitarbeiter generell deutlich größer als im Vorjahr geworden sind und dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass dieser Trend sich so rasch umkehren wird.“

Bundesländer im Vergleich:

Entgegen dem Bundestrend verzeichnet das Bundesland Tirol einen Zuwachs von satten 17 % bei den Insolvenzen. Das ist ein gegenüber dem ersten Quartal (+ 20%) bereits leicht abgeschwächter Zuwachs und betrifft vornehmlich Kleinstunternehmen aus dem Transport- und Gastgewerbe.

Auch Kärnten verzeichnet einen Zuwachs, wobei dort auch ein Anwachsen der Insolvenzpassiva von ca. 89 % (z. B. Großverfahren Griffner Haus mit 34 Mio. €) hinzukommt. Der Zuwachs an Insolvenzen betrug knapp über 9 %. Die stärksten Rückgänge werden in Vorarlberg (- 31 %) und Salzburg (-16 %) gemeldet. Vorarlberg scheint schrittweise nach seinem „all-time high“ der Insolvenzzahlen 2010 auf der Erhol- und damit Überholspur zu sein. Im Bundesland Salzburg handelt es sich um den statistischen „Rebound“ der seit Anfang 2012 geänderten Eröffnungspraxis des Insolvenzgerichts: Dort werden seit ca. 1,5 Jahren Insolvenzen vermehrt eröffnet, was zu einem Vorzieheffekt im ersten Halbjahr führte (2012 Zuwachs der Insolvenzen in Salzburg um 30 %, von 166 auf 216). Tatsächlich liegt Salzburg immer noch spürbar über dem Wert für 2011).

KSV1870 Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner: „Die derzeitige Konjunkturlage verheißt wenig Gutes. Und die Bereitschaft der Banken, notleidende Unternehmen durch ein neuerliches Konjunkturtief zu tragen, war auch schon höher. Die Banken haben natürlich erkannt, dass bei stagnierenden Märkten nur eine Reduktion der Produktionskapazitäten helfen kann. Denn wenn das Angebot die Nachfrage weiterhin deutlich übersteigt, würden über kurz oder lang viele Kreditnehmer der Banken Verluste schreiben“.

Es war im Dezember 2012 damit zu rechnen, dass eine deutlich abgeschwächte Konjunktur und einsetzende Nachfragerückgänge aus vielen Ländern die Insolvenzen leicht steigen lassen würden. Diese Prognose muss nun leider bekräftigt werden. Nur der zahlenmäßige Rückgang aus dem ersten Halbjahr (ca. 7 %) wird dafür sorgen, dass die Gesamtzahlen 2013 etwa auf dem Niveau von 2012 zu liegen kommen. Die Passiva und betroffenen Arbeitsplätze lassen aber bereits jetzt den Schluss zu, dass es einen Trend zur Entspannung derzeit jedenfalls nicht gibt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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