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Insolvenzursachen 2012

22.05.2013

Im Jahr 2012 waren über 80 % der Insolvenzen hausgemacht. Sie beruhten auf Managementschwächen, falschen Entscheidungen, Fahrlässigkeit oder mangelndem Eigenkapital. Nur 17 % der Insolvenzen waren auf externe oder nicht beherrschbare Umstände wie Krankheit oder höhere Gewalt zurückzuführen.

Johannes Nejedlik, Vorstand und Geschäftsführer der KSV1870 Holding AG, kritisiert den kürzlich vorgelegten Gesetzesentwurf, wonach bei GmbH-Gründungen das Mindeststammkapital von 35.000 auf 10.000 Euro herabgesetzt wird.

Gesamt betrachtet scheiterten 1,5 % der österreichischen Unternehmer, wie jetzt der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) bekanntgibt. Im Jahr 2012 wurden demnach 3505 Insolvenzverfahren über Unternehmen in Österreich eröffnet, weitere 2536 wurden mangels Vermögens abgewiesen. Letztere bestehen aus bereits lange geschlossenen Geschäftsbetrieben sowie Unternehmern, die einfach weiterwursteln und die es dann meist im Folgejahr „erwischt“. Nicht zuletzt verstecken sich darunter auch zahlreiche Betrüger, die auf diesem Wege der Prüfung durch den Insolvenzverwalter entgehen.

Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG: „Die Anzahl der Gründungen in Österreich darf nicht dadurch gesteigert werden, dass man substanzlose Unternehmen auf den Markt bringt. Je weniger Risikopuffer ein Unternehmen am Tag der Gründung hat, desto weniger Kapital wird ihm von Dritten zur Verfügung gestellt werden und desto weniger Fehler darf es begehen. Bei sehr wenig Kapital kann der erste Fehler schon der letzte sein. Bereits heute ist bei 13 % mangelndes Eigenkapital die Insolvenzursache“.

 

Kaufmännischer Weitblick

38 % aller Ursachen begründen sich auf mangelnde bzw. falsche Planung. Dr. Hans-Georg Kantner, Insolvenzexperte des KSV1870: „Die Schwankung der Ursachen ist Spiegel der Konjunktur und z. B. auch die Verfügbarkeit von Bankkrediten und externe Krisenphänomene liefern ihren Input. Die paar tausend Unternehmen, die jedes Jahr insolvent werden, sind der Schatten, den die erfolgreichen Unternehmen werfen. Erfolg soll nach der Rechtsordnung jedem zu gleichen Bedingungen offen stehen, aber er ist niemandem garantiert.

Ohne Wettbewerb kein Wohlstand – ohne Wettbewerb aber auch keine Pleiten. Daher: kein Wohlstand ohne Pleiten. In ca. 92 % dieser Fälle konnte die Ursache für die Insolvenz durch einen KSV1870-Experten unmittelbar identifiziert werden. Damit gestatten über 3000 Einträge eine belastbare statistische Aussage. Die Gründe für die Insolvenz werden aus einem „multiple-choice“ Raster ausgewählt, der 13 „vorgefertigte“ Möglichkeiten gestattet und so eine stringente statistische Auswertung ermöglicht.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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