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Bei der Präsentation (v. l. n. r.): Wolfgang Krejcik, Bettina Lorentschitsch, Peter Hinterberger, René Tritscher und Ernst Gittenberger

Internet: Größte Herausforderung für den heimischen Handel

10.06.2014

Im Auftrag der Wirtschaftskammer, Bundesparte Handel, hat die KMU Forschung Austria wieder eine Analyse des heimischen Internet-Einzelhandels durchgeführt. Den stärksten Zuwachs gab es beim Lebensmittelhandel, der den Brutto-Jahresumsatz in den letzten sieben Jahren (2006 – 2013) von 20 Millionen Euro auf 220 Millionen Euro steigern konnte. Das ist aber nur rund ein Prozent des Gesamtumsatzes.

Für den heimischen Handel spielt das Internet eine immer größere Rolle, sowohl zur Präsentation als auch zum Verkauf von Waren. Die KMU Forschung Austria hat daher, im Auftrag der Wirtschaftskammer,  nach 2007 und 2011 neuerlich eine umfassende Analyse des heimischen Internethandels durchgeführt.  Befragt wurden 850 Einzelunternehmen mit Sitz in Österreich und 2000 Österreicher zwischen 16 und 74 Jahren. Das Ergebnis zeigt, dass mittlerweile 90 Prozent der Einzelhandelsunternehmen in Österreich (exklusive Tankstellen) über einen Internetzugang und 70 Prozent über eine eigene Homepage verfügen.

Nur die Hälfte des Onlineumsatzes in Österreich
Rund 7500 heimische Einzelhandelsunternehmen (rund 19 %) verkaufen ihre Produkte online, entweder über einen eigenen Online-Shop beziehungsweise über eine eigene Online-Plattform. Sie haben 2013 den Brutto-Jahresumsatz auf rund 2,9 Mrd. Euro gesteigert (2006: 0,7 Mrd. Euro), was rund 4,5 Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens entspricht.  Dennoch ist nur knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes bei den heimischen Unternehmen angekommen, denn insgesamt  haben die österreichischen Online-Shopper um 5,9 Mrd. Euro eingekauft. „Die österreichischen Händler haben sich gegenüber der internationalen Konkurrenz zwar behauptet, aber die Differenz nicht aufholen können. Die Differenz wurde sogar eher größer“, sagte Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria bei der Präsentation der Studie.

Noch viel Potenzial im Lebensmittelhandel
Betrachtet man die einzelnen Branchen im heimischen Internet-Einzelhandel, geht der größte Anteil in die Bekleidung (460 Mio. Euro), gefolgt von der Elektrobranche (370 Mio. Euro) und den vier Sparten Bücher und Zeitschriften, Lebensmittel, Heimwerkerbedarf sowie Möbel und Dekoration die mit je 220 Millionen Euro gleichauf liegen. Den größten Umsatzzuwachs seit 2006 konnte der Lebensmittelhandel mit einer Steigerung von 20 Millionen Euro auf 220 Millionen Euro erwirtschaften. Der Umsatz beträgt aber, gemessen am Gesamtumsatz der Branche, lediglich ein Prozent. Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel der WKÖ sieht daher im Online-Verkauf von Lebensmittel noch „viel Potenzial“. Lorentschitsch fordert von der österreichischen und europäischen Politik dringend faire Bedingungen  für den heimischen Handel, sprich gleiche Rahmenbedingungen auf allen Ebenen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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