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Bei der Präsentation der Studie (v. l.): Frank Hensel, Rainer Will und Andreas Kreutzer

Jahresbilanz 2017: Höhere Ausgaben & E-Commerce-Boom

17.05.2018

Der Handelsverband und Branchenradar haben die  gemeinsame Studie „Handel in Zahlen. Neu gedacht" veröffentlicht. Sie gibt einen Einblick in Österreichs Handelslandschaft und Konsumentenausgaben. Das Ergebnis zeigt einen Anstieg der Ausgaben privater Haushalte und ein gewaltiges Wachstum der E-Commerce-Branche.

2017 haben sich die Ausgaben der privaten Haushalte in Österreich um +3,8% auf 182,7 Milliarden Euro erhöht. Die anziehende Inflation drückt den realen Anstieg auf immer noch robuste +1,7%. "Die einzelhandels- und einzelhandelsnahen Ausgaben sind im letzten Jahr um fast 4% gewachsen und haben einen neuen Rekordwert von 105,9 Milliarden Euro erreicht. Davon entfallen 60,8 Milliarden auf den Einzelhandel im engeren Sinn", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zur Jahresbilanz 2017. Er erwartet für 2018 angesichts der guten Konjunktur eine ähnlich positive Entwicklung, insbesondere sofern die geplanten Strukturreformen und bürokratischen Erleichterungen für heimische Unternehmen rasch umgesetzt werden.

Lebensmittel hoch im Kurs

Allgemein konzentrieren sich die signifikanten Ausgabensteigerungen auf die Warengruppen frische Lebensmittel (+3,9%) alkoholische Getränke (+4,2%), Kunstgegenstände (+42,4%), weiße Ware (+5,6%) sowie Damenbekleidung (+2,5%). Damit bleibt das größte Ausgabensegment im Handel 2017. "Das größte Ausgabensegment im Handel war 2017 der Lebensmittelsektor mit 22,8 Milliarden Euro und einem Wachstum von +2,8%. Der Bücher- und Zeitschriftenmarkt hat hingegen ein Minus von 2,5% zu verdauen", erläutert Frank Hensel, Vizepräsident des Handelsverbandes und Aufsichtsrat der Rewe International AG. Insgesamt zeigt sich aber, dass die Konsumenten mehr Geld ausgeben für Sachen, die Spaß machen. "Den Preisaufrieb unberücksichtigt setzt sich der Trend zu Ausgaben und Anschaffungen mit hohem Freizeitcharakter oder Sexappeal fort“, erklärt Studienautor Andreas Kreutzer. So übertreffen etwa die Mehraufwendungen für Urlaub und Freizeit die einzelhandelsrelevanten Mehraufwendungen um rund 200 Millionen Euro. Eine weiterer Trend im stationären Handel ist, laut Hensel, der eingebremste Strukturwandel. Das heißt weniger Standorte und noch mehr Filialisierung im Handel.

E-Commerce schießt an die Decke

Der Distanzhandel befindet sich in Österreich laut Studie weiterhin auf Wachstumskurs. "Insbesondere der E-Commerce hat 2017 massiv an Bedeutung gewonnen. Der Vertriebskanal generiert um +14,2% höhere Privatausgaben als noch 2016. Damit wächst der Distanzhandel 10-mal so schnell wie der stationäre Handel", bestätigt Will. Gerade in den Warengruppen Bücher oder Videospiele schaut es für traditionelle Geschäfte eher schlecht aus. Trotzdem ist der Hype ums Online-Shopping ist in vielen Märkten wohl übertrieben zu werden. Ein relevanter Marktanteil wird vom Distanzhandel in nicht einmal in fünf Ausgabengruppen gehalten. Auch im Lebensmittelhandel ist die neue Handelsform noch eine Nischenangelegenheit.  Noch stärker als der Distanzhandel hat im letzten Jahr der sog. KEP Markt (Kurier-, Express- und Paketdienste) zugelegt. 2017 wurden im B2C Bereich ganze 105,7 Mio. Pakete zugestellt. Damit ist die Zahl innerhalb eines Jahres um +27% gestiegen. Hauptgründe für die Paketlawine sind neben dem generellen E-Commerce-Boom vor allem. überproportional steigende Teillieferungen sowie Retouren.

Die Studie kann unter https://handelsverband.shopimore.at/product/fdfd497828effdfda2b049155a938b49 bestellt werden. Preis: 168 Euro (für Mitglieder des Handelsverbandes 96 Euro)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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