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Jede Stadt ist einzigartig

26.01.2015

Mit Hilfe eines Agglomerationsmonitors über heuer 22 Erhebungsgebiete in Österreich analysiert Standort+Markt die Verkaufsflächen aller Händler. Eine Erkenntnis: Kein Gebiet ist wie das andere.

Gabriele Jiresch

g.jiresch@wirtschaftsverlag.at

 

Gegenüber dem Vorjahr wurde das Analysegebiet nochmals deutlich auf 22 Gebiete erweitert. Nun kann Standort+Markt, das Beratungsunternehmen für Standortfragen gewerblicher Immobilien, mit der Dokumentation City Retail Österreich noch besser beobachten: Ausstattung und Branchenmix der City-Einkaufszonen, Veränderungen des räumlichen Käuferverhaltens, sowie Flächenveränderungen. Die Einflussfaktoren sind zum Großteil e-commerce, Überalterung und Expansionshunger.

Im Jahr 2014 standen in 22 österreichischen Gebieten 8800 Shops (davon 5750 Retailer für Einzelhandel, der Rest entfällt auf einzelhandelsbegleitendes Angebot oder leerstehende Flächen) mit fast 1,5 Mio. m2 Geschäftsfläche zur Analyse zur Verfügung. Fast 800.000 m² (ca. 3600 Shops) würden wir der höchsten Standortqualität – also der A-Lage – zuschreiben. Innerhalb dieser Bereiche nehmen Shoppingcenter eine durchaus gewichtige Position ein: 308.000 m² Geschäftsfläche (20,6%) entfallen auf diese integrierten „Sub"-Einkaufsziele. Von den Cities hat Linz die höchste Shoppingcenter-Dichte (Flächenanteil 36,8%), Salzburg ist im Sample die größte Stadt ohne Shoppingcenter.

Von den 5740 Einzelhandelsgeschäften sind fast 2200 filialisiert, das ist ein Filialisierungsgrad von 38,2%. Dieser Wert liegt damit gemäß einer aktuellen Publikation der KMU Forschung Austria im Österreichdurchschnitt. Der Filialisierungsgrad in A-Lagen ist überdurchschnittlich (52%), was dahingehend zu deuten ist, dass filialisierte Formate weniger Standortkompromisse eingehen als andere Betreiber. Einen sehr hohen Filialisierungsgrad haben Leoben, Steyr und die Wiener Landstraßer Hauptstraße aufzuweisen – allesamt Lagen, die stark durch innerstädtische Shoppingcenter determiniert werden. Generell ist der Filialisierungsgrad in Shopping­centern deutlich höher als in traditionellen Geschäftsbereichen, so liegt dieser bei den integriert gelegenen Centern bei fast 72 %.

Retail Parks (Fachmarktzentren) nehmen interessanterweise im Rahmen der beobachteten Städte eine untergeordnete Rolle ein, markant ist jedenfalls der Flächenanstieg sowie der Bedeutungsgewinn auch als Nahversorger. Für LEH und DFH ist der Retail Park oftmals ein besseres „Pflaster", da die Konsumenten ihre Lebensmittel rasch in den Kofferraum einladen können und weite Fußwege nicht in Kauf nehmen müssen.

Hannes Lindner und Roman Schwarzenecker, Gesellschafter von Standort+Markt, sind sich einig: „City-Geschäftsbereiche stehen auf dem Prüfstand. Der Bereich Mode wird von den jungen Standorten stärker unter Beschuss genommen und verliert an Bedeutung. Shopping Malls werden aufgrund von Erweiterungen an Bedeutung kurzfristig zulegen, die Zahl der Projekte nimmt jedenfalls ab. Und die Leerstandsrate wird in den kommenden zwei Jahren zulegen, insbesondere in Citybereichen."

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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