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Just do it ! – Lassen wir den Asienmarkt wachsen

25.07.2007

CIES-Food-Gipfel. Shanghai war der Veranstaltungsort des 51. CIES-Weltgipfels des Lebensmittelhandels. „Wenn Sie es hier schaffen, dann schaffen Sie es überall“, so die Devise der ­Global-Player, die in China bereits vertreten sind.

Der erste Food-Business Gipfel in Asien machte die Sensation möglich: Die zweithöchste Teilnehmerzahl in der 50-jährigen Geschichte des CIES-Weltgipfels für Lebensmittelhandel wurde im Juni in Shanghai/China erreicht. 850 Delegierte trafen einander zum Wissens- und Gedankenaustausch in der zweitgrößten Stadt Chinas.
China ist für viele Lebensmittelhändler ein Land, in dem sie gerne aktiv wären, aber trotzdem den Weg bis dahin noch nicht geschafft haben. Sogar für die Global Player, wie Metro, Carrefour, Walmart oder Tesco stellen sich heute noch Schwierigkeiten dar, mit denen sie nicht gerechnet haben. „Es geht darum, die Konsumenten in diesem riesigen vielfältigen Land zu verstehen“, so Verstandsvorsitzender der Metro, Dr. Hans-Joachim Körber. Nur wer die Traditionen in Leben, Essen und Trinken versteht, hat eine Chance auf wirtschaftliches Überleben. Ein Beispiel: Für Chinesen ist aus geschichtlichen Hygiene-Bedingungen Fleisch lediglich frisch, das vor ihren Augen getötet wird. Deshalb findet man in den modernsten Supermärkten Abteilungen, wo sich Fische im Wasser tümmeln, Frösche fröhlich vor sich hinquaken und Schildkröten langsam ihrem Schicksal entgegenkriechen.
Nur langsam ändert sich die Einstellung und man begreift, dass mit heutigen Möglichkeiten auch in heißen Ländern höchste Hygienestandards aufrecht erhalten werden können. Doch zimperlich waren die Chinesen noch nie, wie ein Besuch bei Metro beweist: Einer jener Artikel, der am schnellsten dreht, ist die Schweinhälfte, die an einem Haken in der Kühlabteilung hängt. „Unter höchsten HACCP-Standards teilen wir die Tiere und lagern sie bei richtiger Temperatur“, so der Leiter des Metro Marktes in Shanghai. „Um etwa sechs Uhr morgens strömen die Kunden in den Markt und schnappen sich 1-2 Schweinehälften, die sie anschließend auf dem Fahrrad in ihr Geschäft transportieren. Da können wir im Vorfeld noch so vorsichtig sein, in diesem Moment ist die Kühlkette mehr als unterbrochen“. An diese Lebensart muss man sich erst gewöhnen.
Dem Tiger Flügel verliehen
Wer hat sich bis dato auf den chinesischen Markt gewagt? Hier einige internationale Pioniere:
Metro ist seit 1996 in China vertreten, die erste Verkaufsstelle wurde in Shanghai eröffnet. Heute betreibt das Unternehmen 33 Märkte in China und beschäftigt über 8.500 Mitarbeiter. Die Gruppe kauft in China jährlich für etwa 2 Mrd. Euro ein.
Wal-Mart stieg 1996 in den Markt ein und verfügt über 71 Standorte in 34 Städten.
Carrefour eröffnete 1995 in Peking und Shanghai die aller­ersten Hypermärkte des landes. Heute betreibt das Unternehmen 92 Verkaufsstellen in 34 großen Städten. Carrefour China Global Sourcing Asia wurde 2002 gegründet und hat ihren Geschäftssitz in Shanghai und Niederlassungen in 10 großen Städten.
Tesco startete seine Geschäfte 2004 durch eine 50%ige Beteiligung an der Handelskette Le Gou Hymall und betreibt heute 47 Verkaufsstellen.
Auch die Spar International ist seit kurzem in einigen chinesischen Provinzen vertreten.
Die beliebtesten Märkte sind jedoch nach wie vor die sogenannten „Wet Markets“, Frischemärkte, die meist nur morgens offen haben.
„If you can make it there, you can make it everywhere“, so der Tipp von Dr. Körber, denn wer es in China geschafft hat, der schafft es überall.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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