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Käsestudie Kunden

12.07.2002

Imab Promena hat gemeinsam mit LK-Handelszeitung den österreichischen Käsekunden unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse veröffentlichen wir hier exklusiv. Gefunden wurden z. B. die beliebteste Einkaufsstätte und der "Käseliebling".
Gefragt war die Einstellungen der Konsumenten zur Produktgruppe Käse. 250 Konsumenten und Konsumentinnen im Alter von 18 bis 75 Jahren wurden befragt. Die Feldarbeit dauerte vom 15. 10. bis 24.10.2001. Den Testergebnissen sind folgende allgemeine Bemerkungen voranzustellen: Zur Beurteilung mehrerer Fragen wurde die 5-stufige Schulnotenskala herangezogen (1 = sehr gut/stimme voll zu, 5 = nicht genügend/keine Übereinstimmung). LK-Handelszeitung präsentiert exklusiv die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung. Eine Frage spürte der bevorzugten Einkaufsstätte für Käse nach:
31 % der Befragten kaufen Käse überwiegend bei Spar/Eurospar, 21 % überwiegend bei Billa und 14 % bevorzugt bei Merkur. Überwiegend entspricht die bevorzugte Einkaufsstätte für Käse auch der bevorzugten Einkaufsstätte für Lebensmittel des täglichen Bedarfs: 88 % der Stammkunden von Spar kaufen auch Käse überwiegend bei Spar. 77 % der Billa-Stammkunden kaufen auch Käse überwiegend bei Billa. 92 % der Merkur-Stammkunden kaufen auch Käse überwiegend bei Merkur. Die Hauptgründe für den Einkauf von Käse bei der jeweiligen Organisation sind folgende: Spar punktet mit der Nähe zum Wohnort, dem Arbeitsplatz, mit freundlicher Bedienung und großer Auswahl (Reihenfolge der Bestnoten). Bei Billa zählen die Nähe zum Wohnort, Arbeitsplatz, die Qualität der Käseprodukte sowie ein geringer Zeitaufwand durch Selbstbedienung. Für Merkur sprechen die große Auswahl, die Qualität der Käseprodukte, die Nähe zum Wohnort, Arbeitsplatz sowie ein geringer Zeitaufwand durch Selbstbedienung.
Die generelle Reihung für den Einkauf von Käse ohne Berücksichtigung der Organisation: Nähe zum Wohnort/Arbeitsplatz, große Auswahl, die Qualität der Käseprodukte, freundliche Bedienung und hilfsbereites Personal; danach kommen geringer Zeitaufwand durch Selbstbedienung, Kaufe alles bzw. immer hier, günstige Preise, keine Wartezeiten an der Feinkosttheke und andere Geschäfte in der Nähe. Die Österreicher kaufen Käse überwiegend ein- bis zweimal in der Woche. 40 % der Befragten kaufen Käse einmal pro Woche, 30 % kaufen Käse zweimal pro Woche. Pro im Haushalt lebender Person werden monatlich durchschnittlich 122,- S (8,87 E) für Käse ausgegeben. Im Ballungsraum ist dieser Wert mit 137,- S (9,96 E) höher als im ländlichen Raum mit 110,- S (7,99 E).
Kauf-Kriterien
Beim Einkauf von Käse achten die Österreicher vor allem auf die Sorte bzw. den Geschmack (Noten-Mittelwert 1,4). Wichtig ist auch, dass der Käse frisch ab- bzw. aufgeschnitten wird (Mw: 2, 1). Auch das Herkunftsland ist mit einem Mw von 2,3 wichtig. Von etwas geringerer Bedeutung sind Preis, biologische Herstellung, Fettgehalt und Marke. 49 % der Befragten entscheiden direkt an der Käsetheke, was sie kaufen wollen. 48 % wissen vorher, welchen Käse sie wollen. Vor allem junge Menschen (18 bis 30 Jahre: 63 %, über 50 Jahre: 41 %) und Berufstätige (Berufstätige: 55 %, Nicht-Berufstätige: 43 %) entscheiden direkt an der Käsetheke. 35 % der Befragten haben immer, weitere 26 % teilweise die Möglichkeit, Käse zu probieren, bevor sie sich zum Kauf entscheiden. Im ländlichen Raum geben 42 % der Befragten an, diese Möglichkeit zu haben. Im Ballungsraum sind es nur 29 %. Im Westen können 52 % der Befragten Käse vor dem Kauf verkosten. In Wien sind es nur 16 %, im Süden 18 %. Von jenen, die Käse überwiegend im Feinkostgeschäft kaufen, haben immerhin 86 % die Möglichkeit Käse zu kosten.
Beliebtester Käse
Die beliebtesten Käse der Österreicher sind: Emmentaler (17 % der Nennungen), Gouda (11 %), Bergkäse (7 %), Camembert (6 %) und Bergbaron (6 %). Die beliebtesten Schnittkäse der befragten Österreicher sind: Gouda (22 %), Bergbaron (12 %) und Tilsiter (9 %). Die beliebtesten Hartkäse der befragten Österreicher sind: Emmentaler 55 % der Nennungen, Parmesan 23 %, Bergkäse 19 % Die beliebtesten Frischkäse der befragten Österreicher sind: Rollino 18 %, Schafkäse 15 %, Topfen 14 %. Beliebtester Streichkäse, Schmelzkäse, Frischkäsezubereitung: Philadelphia (23 %), Alma (14 %) und Rupp (11 %). Innovative Käsehersteller werden von 41 Befragten genannt. 48 % von 52 Nennungen entfallen auf Schärdinger, 15 % auf Rupp und 10 % auf Alma. Namentlich bekannte Käsespezialitäten sind Brie, Leerdammer, Bonifaz, Bavaria Blue, Cambozola, Blue Castello, Alpzierler, Bluebayou, Kärntner Rahmlaib und Greyerzer, um die am häufigsten Genannten zu erwähnen. Regionale Unterschiede bestehen hier natürlich.
Was Käse kosten darf
Durchschnittlich sind die Österreicher bereit 190,- S (13,81 E) für ein Kilo einer Käsespezialität zu bezahlen. In Wien ist man mit 213,70 S (15,53 E) bereit, den höchsten Preis zu zahlen. Die Käsetheken der österreichischen Handelsorganisationen werden durchschnittlich sehr gut beurteilt. Sie sind sehr sauber und frische Ware ist ausreichend vorhanden. Auch mit der Preis- und Produktauszeichnung, dem Sortiment sowie der Übersichtlichkeit der Waren ist man sehr zufrieden (Reihung siehe Grafik).
Beurteilung des Wandkühlregals
Wie auch die Käsetheken werden die Wandkühlregale der österreichischen Handelsorganisationen durchschnittlich sehr gut beurteilt. Auch sie sind "sauber", "Ware ist ausreichend vorhanden", die "Preise sind gut ausgezeichnet", das "Sortiment ist zufriedenstellend und übersichtlich angeordnet".
Beratung unwichtig?
Beratung beim Kauf von Käse ist bei den Befragten eher unwichtig, Note: 3,3. Die Zufriedenheit mit der Beratung liegt nach Schulnoten bei 2,3. Insbesondere junge Menschen (18 bis 30 Jahre: 3,7) und Bewohner von Ballungsräumen (3,5, Wien: 3,7) legen keinen Wert auf Beratung. Mit einer Note von 2,9 sind die Wiener auch besonders unzufrieden mit der erhaltenen Beratung.
Verkostungen
Der Einfluss von Verkostungen auf die Kaufentscheidung der Befragten an der Käsetheke bzw. am Wandkühlregal ist sehr gering - Note 3,6 bzw. 3,7. Von jenen, die angeben, dass Verkostungen Einfluss auf ihre Käsewahl haben, kaufen 89 % zumindest ab und zu das verkostete Produkt, obwohl sie es sonst nicht kaufen würden. Ein besonders umfangreiches Käsesortiment stellt für den überwiegenden Teil der Befragten keinen Grund dar, die gewohnte Einkaufsstätte zu wechseln. Nur 22 % der Befragten sehen darin einen Wechselgrund.
Sortimentsgestaltung
Kaufkriterien der Kunden aus der Händlersicht:
Der Tag des höchsten Käseumsatzes ist der Freitag. Um dem Bedürfnis der Endverbraucher nach Frische nachzukommen, wäre an diesem Tag also mit stärkerer Besetzung der Käsetheke vorzusorgen.
Händler und Konsumenten sind sich über die eingekauften Mengen und die beliebtesten Sorten einig.
Einig ist man sich auch hier wieder, dass "Schimmelkäse" (wir vermuten, damit ist Blau- oder Grünschimmelkäse, also Gorgonzola oder Roquefort gemeint) besonders abgelehnt wird. Kenner der Szene wissen, dass gerade die "Stinkkäse" gerne im voraus verpackt werden, weil sich das Personal scheut, diese während der "Arbeit' anzufassen.
An erster Stelle der preissensiblen Produkte wird Gouda genannt.

Nähere Informationen über die Studie erhalten Sie bei Imab Promena (Tel. 0316/403214).

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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