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Kaffee-Nation Österreich

01.10.2018

Zum 17ten Mal wird heuer am 1.Oktober der internationale „Tag des Kaffees“ gefeiert. Auch hierzulande ist und bleibt es das Lieblingsgetränk der Österreicher.

Die Österreicher sind passionierte Kaffeetrinker: sie trinken am Tag durchschnittlich drei Tassen Kaffee. Mit 137 Litern pro Person und Jahr zählt Kaffee (jährlich 7,3 kg pro Kopf) nach Wasser mit 142 Litern zu den Top 2 der beliebtesten Getränke in Österreich, noch vor Bier (108 Litern). Ganze 49 Prozent einer Befragung des Kaffee-Verbands gaben an den Alltag ohne das Getränk gar nicht überstehen zu können. Besonders für Österreich ist auch die Vielfalt, denn weltweit gibt es kein anderes Land, dass so viele unterschiedliche Kaffeekreationen kennt. Mit nicht weniger als 40 verschiedenen Variationen, die sich auf den meisten Getränkekarten finden, verbinden wird hierzulande Tradition und Moderne verbunden. Mit 14.439 Kaffeehäusern (davon 8.208 Kaffeehäuser, 4.382 Kaffeerestaurants, 1.209 Espressobetriebe und 640 Kaffeekonditoreien) ist auch die Anzahl an Kaffeestädten seit 2015 um rund 30 Prozent gestiegen. Obwohl die Meisten (61%)den Kaffee-Genuss  zu Hause noch immer bevorzugen. Dieses Jahr gibt es aber eine ganz besondere Neuheit in der Kaffee-Branche. Um die öffentliche und mediale Wahrnehmung der Genusskategorie „Kaffee“ in Österreich noch weiter zu stärken, ernannte der Kaffeeverband anlässlich des 17. Tag des Kaffees mit Wolfgang M. Rosam, Herausgeber Falstaff, sogar erstmals einen Kaffeegenuss-Botschafter. Er soll künftig  die Kultivierung am österreichischen Kaffeemarkt vorantreiben und echte Kaffeefeinschmecker ansprechen.

Zahlen und Fakten

Wertmäßig haben Einzelportionssysteme (41 %) den traditionellen Röstkaffee (36 %) überholt. Das Segment „Espresso und Crema“-Röstungen liegt aktuell bei 23 Prozent. Nach wie vor präsent ist die elektrische Kaffeemaschine mit Papier bzw. Dauerfilter (33%). Dennoch gibt es einen Rückgang, der auch im Lebensmittelhandel zu spüren ist. „Einen Trend verspüren wir ganz klar in Richtung Bohnenkaffee für Vollautomaten sowie Nespresso-Kompatible Kaffee-Kapseln. Leicht rückgängig hingegen ist die Nachfrage an Filterkaffee, “ so Rewe-Pressesprecher Paul Pöttschacher. Auch laut Hofer hat sich in den letzten Jahren abgezeichnet, dass Kaffee in ganzen Bohnen, sowie Pads und Kapseln an Beliebtheit gewinnen, da weniger Filterkaffee getrunken wird. Mehr als ein Drittel (35 %) der Österreicher bevorzugt mittlerweile den Vollautomaten. Auch die Verkaufszahlen für Kaffeevollautomaten mit integriertem Mahlwerk haben sich in den letzten 15 Jahren nahezu vervierfacht. Im Allgemeinen entwickelt sich das Segment im Handel auch weiterhin sehr gut. Außerdem ist Österreich unter den Top-Abnehmern von Röstkaffee aus Deutschland (2016 wurden 13.436 Tonnen nach Österreich exportiert).

Die Schattenseiten

Während sich das Kaffee-Segment im Handel sehr gut entwickelt, schaut es in der Produktion nicht so rosig aus. Der Kaffeepreis ist derzeit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 4 Jahren, was dazu führt, dass die meisten Kaffeebauern nicht einmal ihre Produktionskosten decken können. Zwar entwickelt sich der österreichische Markt für Fairtrade-Kaffee, der den Bauern einen Mindestpreis garantiert der zur Kostendeckung reicht, weiterhin positiv (2017:+ 5% auf insgesamt 3.844 Tonnen; weltweit: 560.220t), mit einem Marktanteil von sieben Prozent ist aber weiterhin großes Potential vorhanden. Eine Nachhaltige Verbesserung des Marktes ist auf Grund der schwierigen Produktionsbedingungen (Klimatische Veränderungen, wenige Länder in denen angebaut werden kann etc.) sehr schwierig.  Laut Hartwig Kirner, Chef von Fairtrade Österreich, ist es notwendig dass Kaffeefirmen in ihre nachhaltigen Projekte einen Mindestpreis integrieren, der an die Bauern weitergeben wird um deren Existenz zu sichern. Momentan ist Peru das Land mit den meisten Kaffeeproduzenten mit Fairtrade-Siegel. (147 Produzenten). 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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