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Kakao ist gut für Herz und Kreislauf

13.02.2006

Einer neuen internationalen Studie (*) zufolge besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem in Kakao enthaltenen Flavonoid (-)-Epicatechin (**) und einem gesunden Herz-Kreislauf-System. Damit konnte die bereits bekannte positive Wirkung von Kakao-Flavonoiden auf das Gefäßsystem erstmals einem konkreten Wirkstoff zugeordnet werden. Praktisch anwendbar sind diese Erkenntnisse in der Schokoladeproduktion: Statt durch Erhöhung des Kakaoanteils können die positiven gesundheitlichen Effekte - auch für Liebhaber von heller Schokolade - durch Erhaltung des Wirkstoffs im Verarbeitungsprozess optimal genutzt werden.

Für Prof. Helmut Sies vom Institut für Biochemie und Molekularbiologie an der Universität Düsseldorf sind die Ergebnisse ein wichtiger Meilenstein: "Verschiedene Studien haben bereits die positiven Effekte von flavonoidhaltigem Kakao bzw. Schokolade auf das Blutgefäßsystem gezeigt. Die Identifikation des verantwortlichen Kakao-Flavonoids eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung einer gezielten herzgesunden Ernährung."

In der randomisierten, doppelblinden Cross-over-Studie bekamen männliche Probanden zunächst eine spezielle flüssige Kakao-Zubereitung, die entweder einen hohen oder niedrigen Gehalt an Kakao-Flavonoiden enthielt. Dabei zeigte sich nur bei der Gruppe, die hochkonzentrierte Flavonoide erhielt, ein positiver Effekt auf die Endothelfunktion.

Das Endothel - die innere Schicht der Blutgefäße - spielt eine Schlüsselrolle für den Erhalt eines gesunden Herz-Kreislauf-Systems. Die Endothelzellen geben Stickstoffmonoxid (NO) ab, was eine Relaxation (Erschlaffung) der glatten Gefäßmuskulatur und damit eine Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation) bewirkt. Dies führt zu einer Absenkung der Vorlast des Herzens. Eine Dysfunktion des Endothels, die in der Regel mit einer geringeren Freisetzung von Stickstoffmonoxid einhergeht, wird in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck gebracht. In der vorliegenden Studie wiesen die Forscher nach, dass die Kakao-Flavonoide den Stickstoffmonoxid-Spiegel im Blutkreislauf erhöhen und so Gefäßerkrankungen entgegenwirken.

Zur Identifizierung des für diesen Effekt verantwortlichen Flavonoids führten die Wissenschaftler im zweiten Schritt eine "Proof-of-concept"-Studie durch. Die Probanden erhielten entweder Placebo oder eine flüssige Zubereitung, die aus Kakao isoliertes Epicatechin enthielt. Nur in der Epicatechin-Gruppe zeigte sich hierbei eine verbesserte Endothelfunktion mit höherem Stickstoffmonoxid-Spiegel und einer "Entspannung" der Blutgefäße. Dieses Ergebnis bestätigte die These der Wissenschaftler, dass das (-)-Epicatechin für die beobachteten positiven Effekte auf das Herz-Kreislauf-System verantwortlich ist.

Auf die Spur der wirkungsvollen Kakao-Flavonoide brachten die Wissenschaftler frühere Untersuchungen von Dr. Norman Hollenberg, Harvard School of Medicine. Hollenberg untersuchte zwei Populationen der Kuna-Indianer in Panama. Bei den auf einer Insel lebenden Kuna ist Bluthochdruck, im Vergleich zu in Panama City lebenden Angehörigen dieses Stammes, selten. Traditionell nehmen die Insulaner größere Mengen Kakao, die in der Stadt lebenden deutlich weniger Kakao zu sich. Im Rahmen der nun vorliegenden Studie von Schroeter et al. untersuchten die Wissenschaftler erneut die Kuna-Indianer. Bei den auf der Insel lebenden Indianern wurden höhere Konzentrationen an Stoffwechselprodukten von Flavonoiden und Stickstoffmonoxid im Urin gefunden als bei jenen, die auf dem Festland leben.

(*) Schroeter H., Heiss C., Balzer J., Kleinbongard P., Keen C.
L., Hollenberg N. K., Sies H., Kwik-Uribe C., Schmitz H. H.,
Kelm M.; (-)-Epicatechin mediates beneficial effects of
flavonol-rich cocoa on vascular function in humans. In:
Proceedings of the National Academy of Sciences of the United
States of America. 1006; 108:1024-1029.
http://www.pnas.org/papbyrecent.shtml

(**) Flavonoide, auch sekundäre Pflanzenstoffe, sind die in der
Nahrung am häufigsten vorkommenden Polyphenole. (-)-
Epicatechin ist eines der Stereoisomere von Epicatechin.

Weitere Informationen sind im Internet unter http://www.cocoapro.com
erhältlich.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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