Direkt zum Inhalt

Kaufhof und Karstadt schmieden Bündnis

12.09.2018

Die deutschen Warenhaus-Riesen Kaufhof und Karstadt fusionieren um ihre Zukunft zu sichern und Geld zu sparen. 

"Jetzt beginnt eine Phase, die von harter Arbeit, großen betrieblichen Herausforderungen und fordernden Marktveränderungen geprägt ist", kündigte Karstadt-Chef Stephan Fanderl anlässlich des Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof an. Obwohl ähnliche Pläne noch im Februar 2010 auf Eis gelegt wurden wird es jetzt doch ernst um die Hochzeit der Warenhauskonzerne. Grund dafür ist die steigende Konkurrenz der aufstrebenden Online-Händler. Viele Kunden kehren Innenstädten und Warenhäusern den Rücken und bestellen lieber bei Online-Händlern von Amazon bis Zalando. Die Fusion soll die Lösung sein, um sich im stark umkämpften Markt erfolgreich zu positionieren.

Was passiert?

Die Warenhaus-Ehe umfasst auch die niederländischen Warenhäuser des nordamerikanischen Handelsriesen und Kaufhof-Eigentümers HBC. Zusätzlich gehen Karstadt Sports, der gesamte Lebensmittel- und Gastronomiebereich beider Unternehmen, sowie eine Reihe von Internet-Plattformen wie Karstadt.de und Kaufhof.de mit in die Fusion. Sie alle sollen in einer Holding zusammengefasst werden. Allerdings bleiben die Marken Kaufhof und Karstadt fürs Erste bestehen. Karstadt-Eigner Signa hält mit 50,01 Prozent eine knappe Mehrheit am operativen Geschäft der neuen Holding, HBC die restlichen Anteile. Signa erwirbt zudem 50 Prozent des milliardenschweren europäischen Immobilienbestands von HBC. Die Führung des neuen Gemeinschaftsunternehmens mit 32.000 Beschäftigten übernimmt Fanderl

Wo wird gespart?

Beide Seiten versprechen sich von der Fusion der einst erbitterten Konkurrenten auch Einsparungen. Besonders in der Kaufhof-Belegschaft geht die Angst vor einem massiven Stellenabbau um, da die Zusammenarbeit Möglichkeiten für effizienterer Prozesse liefert. Während es bei Karstadt zuletzt seit langer Zeit wieder bergauf ging, leidet Kaufhof weiterhin unter schrumpfenden Umsätzen und Verlusten. HBC hatte Kaufhof im Oktober 2015 übernommen, aber die Kette ist mit ihren aktuell 96 deutschen Warenhäusern nie in Schwung gekommen. Zum Vergleich während Kaufhof und Karstadt 2017 zusammen einen Umsatz von 5,4 Mrd. Euro erwirtschafteten, kam Amazon. de auf einen Einzelhandels-Umsatz von 8,8 Mrd. Euro. Zwar gibt es noch keine konkreten Sparpläne, da dafür auch noch Gespräche mit Arbeitnehmern nötig sind. Dennoch sollen Sparmaßnahmen besonders beim Einkauf, der Logistik und den Zentralen geplant sein, dort vor allem, weil die Unternehmen keine zwei Hauptsitze brauchen. Wenig Begeistert von dieser Verschmelzung ist die Gewerkschaft Verdi. Ihrer Meinung nach haben beide Warenhäuser ihren Platz in Deutschland und zusätzlich treten sie dafür ein, dass Doppelstandorte sogar eine stärke sind.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Madlberger
19.09.2017

Gemeinsames Abenteuer, die wörtliche Übersetzung des Begriffs Joint Venture, beschreibt sehr treffend, worauf sich Einzelhandelsgigant Wal-Mart und Google, Innovationsführer  in der ...

Mit durchschnittliche 885 Euro liegen die Österreich im europäischen Spitzenfeld bei den Online-Einkäufen
Thema
10.08.2017

Laut RegioData-Erhebungen sind die Briten am ausgabenfreudigsten im Internet, aber mit 885 Euro pro Jahr belegen die Österreich hinter Schweiz und Norwegen bei den Online-Einkäufen den vierten ...

International
24.07.2017

Die deutsche Warenhauskette muss sparen und hat angekündigt bis zu 500 Stellen in der Verwaltung zu streichen. Ein Sozialplan mit dem Betriebsrat wurde ausgehandelt.

Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der Rewe Konzerns
Handel
10.04.2017

Alain Caparros übergibt das Rewe-Steuerruder per 30. Juni dieses Jahres an Lionel Souque, auch für die Rewe Österreich bringt dieses Datum eine Weichenstellung.

Click & Collect ist für viele nur dann interessant, wenn eine Filiale des Online-Shops in ihrer Nähe ist
Handel
01.03.2017

Obwohl Kunden bei Click & Collect von einigen Vorteilen profitieren, wird das Service bis jetzt kaum regelmäßig genutzt. Liefern lassen steht höher im Kurs. Aber auch bei der Lieferung ...

Werbung