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2017 ist in allen Ländern in Europa, ausgenommen Großbritannien und Türkei, die Kaufkraft gestiegen

Kaufkraft der Europäer im stabilen Aufwärtstrend

29.01.2018

Die durchschnittliche Kaufkraft ist laut RegioData auch 2017 wieder gestiegen, deutlich stärker als in den Vorjahren. Die Differenz zwischen dem ärmsten und dem reichsten Land wird seit Jahren aber kontinuierlich größer.

Der europäische Durchschnittswert der Kaufkraft ist 2017 in Relation zu 2010 um mehr als 25 Prozent gestiegen (in € bzw. €-Paritäten; nominell). Selbst unter Abzug der jeweiligen Inflationsraten bleibt im Durchschnitt noch ein sattes Plus in der Geldbörse. Zu den größten Aufsteigern, berechnet in Euro, gehören Island, Russland, Moldau, Tschechien und Weißrussland. Die spektakuläre Steigerung der Kaufkraft in Island ist durch die boomende Wirtschaft, vor allem im Tourismus, und durch die fast schon besorgniserregende Stärke der Landeswährung bedingt.

Kaufkraftverlust nur in zwei Ländern

Während im Krisenjahr 2009 die Einwohner von mehr als 20 europäischen Ländern Kaufkraftverluste verzeichneten, sind es Ende 2017 nur mehr zwei Länder: Großbritannien und die Türkei. Das vereinigte Königreich, das in absoluten Zahlen 2014 und 2015 zu den größten Aufsteigern zählte, verbuchte Ende 2016, durch den Brexit, mit eine Minus von 2.000 Euro den größten Rückgang. Die rückläufige Kaufkraft ist hier zum Großteil auf das schwache Pfund zurückzuführen. 2017 verzeichnete Großbritannien einen Rückgang von -2,6 Prozent (in €; nominell). Die Türkei erlebte sogar einen Rückgang von beinahe -5 Prozent. Um den Wechselkurs bereinigt, haben jedoch beide Länder ein leichtes nominelles Plus erwirtschaftet.

Arm und Reich driften auseinander

Im europäischen Vergleich wird der Abstand zwischen den Ländern an der Spitze und jenen auf den hinteren Plätzen immer größer. Im Jahr 2013 lag die Differenz zwischen dem kaufkraftstärksten Land, damals Luxemburg, und dem ärmsten Land, damals Moldau, bei ca. 30.000 Euro. Mit Ende 2017 ist die Differenz zwischen dem ersten Platz, jetzt der Schweiz – mit einer absoluten Kaufkraft von  39.588 Euro - und dem letzten Platz, Moldau - mit einer absoluten Kaufkraft von €1.256 Euro - auf über 38.000 Euro gestiegen. Auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern werden sukzessive drastischer.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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