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Kein Alkohol an Jugendliche

09.11.2005

APA-Versuch: In sieben von neun Wiener Lokalitäten bekamen zwei Kinder ohne Probleme Bier und Wein - von Julia Schnizlein, Helene Maier, Barbara Lorencz/APA

Keine Abgabe von Alkohol an Jugendliche unter 16" ist auf dem Schild vor der Kassa eines Lebensmittelgeschäfts zu lesen - als die zehnjährige Iris ihre Geldbörse zückt und die Flasche Rotwein bezahlt, schaut die Kassiererin kaum auf. Sie verstößt damit gegen das Wiener Jugendschutzgesetz, denn in ganz Österreich ist es pro forma verboten, Bier, Schnaps oder Wein an Unter-16-Jährige zu verkaufen.

Die APA hat in einem Versuch mit zwei Kindern einen Blick auf die etwas andere Realität in Wien geworfen. In einer Billa-Filiale am Alsergrund gibt es nicht einmal ein Zögern, als Iris mit ihrer "Valpolicella"-Flasche an die Kasse kommt - der Versuch in einer weiteren Filiale dieser Kette bestätigt das Ergebnis. Ebenso scheint man beim Hofer kaum Skrupel zu haben, einem Kind Wein zu verkaufen. Die Kassierin zögert kurz, zieht die Flasche dann aber entschlossen durch die Coderegistrierung. Und weiter geht's.

Anders verläuft der Versuch bei Zielpunkt und Spar. Die Zielpunkt-Kassierin verlangt zunächst den - natürlich nicht vorhandenen - Ausweis der Zehnjährigen. Auf die Antwort "Ist doch für den Papa", sagt sie bestimmt: "Da muss der Papa schon selbst kommen. Das sollte der aber wissen." Ähnlich beim Spar am Alsergrund: Der junge Mann erklärt höflich, dass er der Kleinen kein Bier verkaufen darf, sonst würde er sich strafbar machen und müsste "mindestens 15.000 Euro Bußgeld" zahlen.

Und wieder sind es Billa und Hofer - diesmal in Wien-Landstraße -, die bei einem zweiten Versuch in Sachen Jugend und Alkohol kaum Problembewusstsein zeigen. Die zwölfjährige Rebecca merkt nicht den leisesten Anschein der Zurückhaltung, als sie einmal bei der Lebensmittelkette Billa und einmal beim Diskonter Hofer Alkoholika besorgt. Beim Billa schaut nur ein Herr, der hinter der Zwölfjährigen mit dem Bier in der Hand steht, skeptisch - die Kassenangestellte ist mehr mit einem Mistsackerl beschäftigt.

Die Krönung unserer Versuchsreihe erlebt Rebecca bei einem Fischimbiss: Als sie dort Bier verlangt, wird ihr sogar ein offenes Glas überreicht. Zumindest eine Angestellte des kleinen Restaurants macht ihren Kollegen aufmerksam: "Du machst dich strafbar, wenn du Alkohol an Minderjährige verkaufst." Doch der Trick des Kindes - "Mein Vater wartet vor der Tür" - zieht: Der junge Mitarbeiter glaubt dem Mädchen und überreicht ihm das Glas. Umringt von etlichen Biertrinkern bekommt die Zwölfjährige auch bei einem Bahnhofsstandl die Flasche mit Alkohol. Und der Verkäufer ist sogar zuvorkommend. Obwohl das Mädchen augenscheinlich allein unterwegs ist, fragt er: "Soll ich dir die Flasche gleich aufmachen?".

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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