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Die höheren Lebensmittelpreise in Österreich haben laut Handelsverband ihren Ursprung bei den heimischen Rahmenbedingungen.

Kein „Österreich-Aufschlag“ im Handel

20.06.2016

Laut  EU- Preisvergleich von Eurostat, muss man in Österreich für Lebensmittel tiefer in die Tasche greifen, als in fast allen anderen EU-Staaten. Der Handel begründet die Preisunterschiede unter anderem mit zahlreichen Zusatzabgaben, einem hohen Bio-Anteil und einem dichteren Filialnetz.

Neben der heimischen Arbeiterkammer hat vor wenigen Tagen auch die EU-Statistikbehörde Eurostat festgestellt, dass voriges Jahr in Österreich Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um rund 20 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt kosteten.  Laut Eurostat belegt Österreich damit insgesamt gesehen den dritten Platz, nur überflügelt von Dänemark und Schweden. In den Bereichen Brot und Fleisch ist Österreich sogar am zweitteuersten, gleich hinter Dänemark. Was in all den Preisvergleichen aber nicht berücksichtigt wird, sind die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Länder.

Mehr Rabatt- und Preisaktionen

So hat der Handelsverband schon im Oktober vorigen Jahres darauf hingewiesen, dass es hierzulande höhere Lohnnebenkosten und Steuern, eine höhere Filialdichte, einen höheren Bio-Anteil, teurere Verkehrswege aufgrund der Topografie und einen effizienteren Vollzug der Gesetze gibt. Ebenso wenig niedergeschlagen haben sich bei den Preisvergleichen die vielen Rabatt- und Preisaktionen in Österreich.  „Wollen wir gleiche Preise wie in beispielsweise in Deutschland haben, müssen wir Filialen schließen, Mitarbeiter abbauen und zahlreiche Zwangsabgaben und Regulative abschaffen. In Zeiten, in denen wir ohnehin mit hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben und sich bereits 80.000 Arbeitsplätze im Handel im Umbruch befinden, sollte das gut bedacht werden“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

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