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Weniger Fleisch, mehr Gemüse und bessere Lebensmittelqualität ist nicht nur für den Körper gut, es hilft der ganzen Welt.

Klasse statt Masse

02.06.2014

Im Zuge der VEÖ-Multiplikatorenveranstaltung Ende Mai macht der Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs verstärkt auf das Thema „Nachhaltigkeit in der Ernährung“ und damit auf die Auswirkungen unseres Ernährungssystems auf Mensch, Tier und Umwelt aufmerksam. Angesprochen sind dabei alle, vom Produzenten über den Handel bis hin zum Endverbraucher.

Wenn es um das Thema Ernährung geht, stehen fast immer die gesundheitlichen Aspekte im Vordergrund. Kontinuierlich wird bei der Ernährung aber auch die Nachhaltigkeit mehr und mehr ein Thema. Leider, so stellt der Verband der Ernährungswissenschaftler Österreichs fest, kursieren wie zu allen Ernährungsfragen auch hier viele Irrtümer. Auf jeden Fall umfasst nachhaltige Ernährung ein breites Spektrum. So geht es dabei um das gesamte Ernährungssystem von Produktion über Verarbeitung, Verpackung, Transport und Handel bis zu Konsum und Entsorgung. Aber auch die Dimensionen Gesundheit (Nährstoffe, Zusatzstoffe), Umwelt (schonende Nutzung von Boden, Wasser und Energie), Gesellschaft (kulturelle Aspekte) und Wirtschaft (Fairness im globalen Handel) sind von großer Bedeutung. Sowohl die Produzenten, die Verarbeitungsbetriebe, die Konsumenten als auch der Handel können viel für eine nachhaltige Ernährung tun. Wie wichtig das für die Erde und damit auch für uns Menschen ist, zeigt sich an unzähligen Beispielen.

Ein wesentlicher Aspekt ist der Tierschutz
Die Meere und ihre Bewohner leiden beispielsweise immer mehr an Überfischung. Der Zusammenbruch des Kabeljau-Bestandes im Jahr 1992 war noch nicht dramatisch genug, um ein komplettes Umdenken zu bewirken. Aber nicht nur die Tierbestände, auch die Waldbestände gehen zurück. „Wesentlicher Grund dafür ist, dass Boden zur Futtermittelproduktion für Nutztiere gewonnen wird. Aber auch schwierige Arbeitsbedingungen und schlechte Entlohnungen bei der Ernte sowie menschenunwürdige Massentierhaltungen sind ein Thema“, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Theres Rathmanner. Genauso wie die immensen Lebensmittel-Müllberge. „Alleine in Österreich werden jedes Jahr rund 157.000 Tonnen Lebensmittel und Speisereste im Wert von rund einer Milliarde Euro in den Restmüll geworfen“, mahnt Mag. Christine Hochholdinger vom Umweltministerium. Die nachhaltige Ernährung ist ein sehr großes, komplexes Feld und es gibt viele Möglichkeiten dafür aktiv zu werden. Den Handel lobt Theres Rathmanner vor allem für seine tollen Initiativen im Bezug auf Bioprodukte, würde sich aber vor allem im Tierschutz und bei der Fleisch-Preispolitik ein stärkeres Engagement wünschen. Klasse statt Masse sozusagen, denn alleine die Reduktion des Fleischkonsums in den Industrieländern würde eine CO2-Einsparung von rund 30 Prozent bewirken.

Alice Rienesl

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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