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Kommentar

29.08.2002


Dass die neue Gewerbeordnung kein großer Wurf ist, darüber herrscht weitgehend Einigkeit...

Jene, die sagen: "Ich hab's schon immer gewusst, dass Bio nicht ganz so sauber ist", reiben sich die Hände und freuen sich. Bisher ist Österreich in Sachen Skandale immer mit einem blauen Auge davon gekommen. BSE ist fast spurlos an uns vorübergegangen - auch wenn das nicht nur der Bauernschläue der heimischen Produzenten zu verdanken war;

Schweinemast erregte nur kurzfristig Aufsehen, Nitrofen betraf nur unsere deutschen Nachbarn. Auf der Suche nach dem handfesten Skandal hat man sich erst kürzlich auf das steirische Kürbiskernöl gestürzt. Just in einem biologischen Kernöl stellte man zu hohe Nitratkonzentrationen fest. "Der Standard" berichtete zwar darüber, für einen Skandal war die Suppe aber zu dünn und erregte auch beim Konsumenten kein Aufsehen. Nicht so der jetzt "echte" Bioskandal: 650 Tonnen konventionelles Getreide wurden von der Firma Ökoland als Biogetreide an Bauern des Ernte-Verbandes verkauft. Der Biogetreideschwindel wurde in der Folge zum Rindfleischschwindel. Werner Lampert reagiert - ja! natürlich - sofort "will mit Betrug, Falschinformation und krummen Geschäften nichts zu tun" haben und kündigt dem Ernte-Verband die Zusammenarbeit auf. Das Problem: Zwei Drittel der heimischen Bio-Bauern liefern als Mitglieder des Ernte-Verbandes ihre Produkte an die Bio-Eigenmarke von Rewe Austria, "Ja! Natürlich". "Ernte"-Bauern könnten in Zukunft, wenn sie wollen, direkt an Billa und Merkur liefern. Im Einzelfall können die Bauern aber die erforderlichen Liefermengen nicht garantieren.

Gleichzeitig ist das Wasser auf die Mühlen der derzeitigen "Auslistungshysterie" von Billa und Merkur. Denn der unüberhörbare Schlachtruf von Rewe-Austria lautet: Eigenmarken stärken, und zwar um jeden Preis!

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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