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Kommentar

02.10.2002
Es ist nicht unmöglich einen Vertrauensbruch wieder gut zu machen. von Gabriele Jiresch

Angebot und Nachfrage
Salzburg war am vergangenen Wochenende Zentrum heftiger Gefühlsausbrüche, die sich in Form von Protesten und Demonstrationen bemerkbar machten. Vom 16. bis 17. September fand vorort das World Economic Forum statt. Zum sechsten Mal in Folge treffen Spitzenpolitiker aus Ost und West sowie die Top-Industrie – kurz genannt „Multis“ – zusammen. Thema heuer: Die Wandlung Europas – die Suche nach einer gemeinsamen Vision“ mit Schwerpunkt auf Globalisierung.

Und zum ersten Mal seit Bestehen des Wirtschaftsgipfels erscheinen die Klein- und Mittelständischen Unternehmen bewusst auf der Bildfläche. Ihre Forderung: Vergesst nicht, dass es bei Wirtschaftsfragen nicht ohne uns gehen kann! Der zündende Funke kam vom Wirtschaftsbund, der in diesem Fall keinen Streit anzetteln möchte, sondern um Gehör ersucht: 99 % der Unternehmen in der EU sind KMU’s, in Österreich 98 %. Und ich muss ihnen Recht geben. Auch wenn die internationalen Konzerne viel zur Weiterentwicklung der Marken, Technologien und Ausbildungen beitragen, so sollte man nicht vergessen, dass unsere Klein- und Mittelbetriebe einen Großteil der Steuern zahlen und zusätzlich einen Großteil der Lehrlinge ausbilden. Wichtig ist den Vertretern der KMU’s gehört zu werden, aber wie haben wir so schön gelernt: Gehört ist nicht immer verstanden.
Zu hoffen ist vielmehr, dass ein Auftritt im Rahmen des „Alternativgipfels“ zu einem besseren Verständnis für diese Unternehmen führt.

Mit dem Selbstbewusstsein, dass diese Unternehmen massiv zum Brutto-Inlandsprodukt beitragen, startete man mutig in die Diskussion „Chancen und Risiken der Globalisierung für KMU’s“. Denn „Multis“ werden schneller gehört, der Erfahrung nach müssen die „Kleinen“ viel mehr Lärm machen. Aber daran soll es nicht unbedingt scheitern!

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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