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Kommentar

18.02.2003
Es ist nicht unmöglich einen Vertrauensbruch wieder gut zu machen. von Gabriele Jiresch

Angebot und Nachfrage
Nicht nur Textil- und Elektrohändler heften sich um diese Jahreszeit ein „Big Sale“ an ihre Fahnen – der Lebensmittelhandel kann das offensichtlich auch. Kaum sind die Feiertage vorbei, machten sich die großen Ketten im Preiskampf. Der eine feiert Geburtstag und senkt Preise bis zu 50 %, der andere setzt um 44 % Artikel stark herab und der Dritte stellt die Preise überhaupt auf den Kopf (Kennen wir ja bereits von einem allseits bekannten Werkzeughändler).
Bloß: Sind Lebensmittel Ausverkaufware? Und wenn man es nicht als Ausverkauf sehen soll, was ist es dann? Wie sieht die Preisgestaltung der Zukunft aus? Kann man sich sicher sein, Qualität zu kaufen, wenn der Preis dauerhaft um 50 % sinkt? Die Diskussionen um Spannen und Margen liegen uns in den Ohren, Industrie und Handel jammern und suchen nach Lösungen. Doch von wem soll die Lösung kommen, wenn nicht von den Verursachern selbst?
Für die breite Masse der Bevölkerung sind die niedrigen Preise nicht nur ein Lockvogel, sondern sicherlich hilfreich, Geld zu sparen. Diesen Sinn sieht man als Kunde ein. Aber gleichzeitig Qualität in höchster Form zu verlangen, geht dann ja wohl über die Grenzen hinaus – da wären wir dann vielleicht doch unbescheiden, oder nicht?
Und einen Aspekt sollte man dabei nicht vergessen: Wie gestaltet ein selbstständiger Einzelhändler seine Preiswelt? Wenn er bei „Kopf stehenden“ und „Jubiläums“-Angeboten nicht mithalten kann, befindet er sich dann auf der Straße der Verlierer? Er wird allerdings eines immer bieten können: Qualität in hohem Maße, denn seine Kunden sind nicht anonym, sind oft Stammkunden und vertrauen auf seine Produkte.
Die „Nischen“ Qualität und Kontinuität sind ernst zu nehmen und versprechen dem mündigen Kunden auch ein Glücksgefühl: nämlich jenes des Genusses und weniger das des Schnäppchenjagens.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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