Direkt zum Inhalt

Kommentar

18.02.2003
Es ist nicht unmöglich einen Vertrauensbruch wieder gut zu machen. von Gabriele Jiresch

Angebot und Nachfrage
Deutschland will es offensichtlich wissen: Pfand auf Dosen und Einweggebinde soll den Trend zu Mehrweg stärken. Die Grünen jubilieren, Unternehmer, die vom neuen Pfandsystem betroffen sind, sehen die neue Verordnung mit Brachialgewalt umgesetzt. Alleine der Aufbau des Pfandsystems in Deutschland kostet mit den laufenden Betriebskosten 2 Mrd. Euro – zum Vergleich entspricht das dem österreichischen Budgetdefizit.
Als Getränkehersteller ist man gezwungen, Dosen und Einweggebinde zurückzunehmen und zu entsorgen. Was macht nun ein österreichischer Getränkehersteller, der seine Dosen über hunderte von Kilometer nach Deutschland exportiert, dort verkauft und die leeren Dosen und PET-Flaschen wieder abholen darf. Hier spulen sich die LKW-Kilometer wie von alleine ab und der Euro rollt.
Volkswirtschaftlich gesehen ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit sehr wohl gegeben. Denn: Eine Studie der Gesellschaft für umfassende Analysen belegt, dass durch die Rückholaktion dieser Verpackungen eine nicht zu vernachlässigende Belastung für die Umwelt entsteht. Es gibt derzeit wesentlich effizientere Umweltmaßnahmen, als die Forcierung von Mehrwegverpackungen auf diesem Wege, denn laut Studie ist die Abfallwirtschaft in Europa nur ein kleiner Baustein.
Ob der Verkauf von Mehrwegflaschen im Zuge der neuen Verordnung zugenommen hat, ist noch nicht klar, da der Beobachtungszeitraum noch zu kurz ist. Was man allerdings aus den Reihen der Getränkeanbieter Österreichs hört, ist auch nicht zu missachten: Diejenigen, die ihre Getränke in Verbundkarton im Export anbieten, haben zur Zeit aufs richtige Pferd gesetzt. Hier hoben die Verkäufe raketenartig ab, den Kunden ist es zu mühsam, Dosen und PET-Flaschen an den „richtigen“ Vertriebsschienen laut Vorschrift abzugeben. Aber warten wir doch einfach ab, bis es zu einem Pfandsystem bei Verbundkartons kommt. Die nächsten Kandidaten? Tierfutter- und Haarspraydosen, sowie „Eckerlkäse“-Folien …

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Zufrieden mit dem Ergebnis: Die beiden dm-Geschäftsführer Petra Gruber und Harald Bauer
Handel
22.10.2018

Die Drogeriekette dm hat im Geschäftsjahr 2017/2018 den Umsatz im Teilkonzern Österreich/CEE um acht Prozent gesteigert, in Österreich liegt das Umsatzplus bei gut zwei Prozent. Das Besondere ...

Karriere
22.10.2018

Im niederösterreichischen Traditionsbetrieb Farm Gold steht seit März Karin Reindl an der Spitze. Bisher wurde das Unternehmen als Familienbetrieb geführt und stand wegen mangelnder ...

Thema
22.10.2018

Wo kauft der Kunde der Zukunft seine Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs ein? Die aktuelle Studie der der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners versucht ...

Thema
22.10.2018

Die neue Kampagne der WKO-Sparte Handel soll die Vielfalt an Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Handel zeigen. Die Zielgruppen der Initiative sind Jugendliche, Eltern und Entscheider ...

International
22.10.2018

Vom 19. bis 21. Februar 2019 findet die Handels-Fachmesse EuroCIS in Düsseldorf statt. Gezeigt werden die aktuellsten Trends sowie Konzepte für den Handel von morgen.

Werbung