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Kommentar

18.02.2003
Es ist nicht unmöglich einen Vertrauensbruch wieder gut zu machen. von Gabriele Jiresch

Angebot und Nachfrage
Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen bestimmten das vergangene Jahr, keine Frage. Aber mit einer Auswirkung hat wohl kaum jemand gerechnet: Die größten Hersteller der Süßwarenbranche waren heuer als Aussteller nicht in Köln vertreten. Die Gerüchteküche begann schon vor der Messe zu brodeln, warum und weshalb die Big Player nicht kamen. Zu wenig Geld, zu wenig Innovationen oder ist man einfach „messe-müde“?

Wäre auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass seit 33 Jahren Marketingabteilungen und Produktmanager damit beschäftigt waren, Innovationen im Süßwarenbereich zu lancieren und gleichzeitig in Szene zu setzen - Jahr für Jahr. Da dürfen sich schon die ersten Müdigkeitserscheinungen zeigen, wer möchte das Rad auch immer wieder neu erfinden?
Es geht hier weniger darum, die ISM im biennalen Rhythmus durchzuführen, sondern mehr darum, die größte Süßwarenmesse der Welt als Kontaktstelle Nummer 1 zu sehen.
Wenn ein Aussteller den anderen nicht mehr übertreffen möchte und die große Frage am Abend des ersten Tages nicht mehr lautet: Was gibt es sensationell Neues? - dann beginnen wir richtig zu denken. Denn eigentlich weiß man ja schon im vorhinein, dass es nichts sensationell Neues gibt, denn entweder der Handel weiß schon Bescheid oder das „Geheimnis“ wird noch nicht gelüftet.
In Gesprächen haben wir die Bedeutung der ISM bei den Ausstellern hinterfragt und sind zur Erkenntnis gekommen, dass sie ihre Einstellung zur Messe langsam geändert haben. Früher wurden die Aufträge mit den Zentraleinkäufern direkt auf der Messe abgeschlossen, heute informiert man sich, trifft sich und unterhält sich auch mal ungezwungen bei einem Glas Sekt. Die wichtigste Veränderung werden wir erst in ein paar Jahren merken: Den Kontaktaufbau zu den Einkäufern und Besuchern aus Osteuropa. Dieser Markt blüht und gedeiht und sorgt auf der ISM für Gesprächsstoff.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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