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Kommentar

17.03.2003
Es ist nicht unmöglich einen Vertrauensbruch wieder gut zu machen. von Gabriele Jiresch

Angebot und Nachfrage
Bislang galt Österreich als das Bioland schlechthin, begründet auf die Möglichkeiten, die Mutter Natur uns in diesem Land gegeben hat: Von den Bergen kam die biologische Milch, im Tal wurden Schweine und Kühe auf natürliche Art gefüttert. Die Voraussetzungen waren also perfekt. Aber was können wir Österreicher besonders gut: Unsere Stärken zu Schwächen machen und tolle Leistungen in den Schatten anderer stellen. Beispiel: Biofach. Diese Messe fand heuer in Nürnberg zum fünften Mal statt. Einige Tage vor der Messe liefen die Telefone bei uns in der Redaktion heiß. Aussteller baten um ein Gespräch, wollten ihre Neuheiten und Strategien vorstellen und uns einen Blick in ihre Zukunft geben.

Alle Aussteller? Nein! Ein von unbeugsamen Ausstellern bevölkerter Stand hört nicht auf, dem Fortschritt Widerstand zu leisten: Der Gemeinschaftsstand der Österreichischen Wirtschaftskammer.
Dieses Gefühl wurde nicht nur den Besuchern der Biofach vermittelt, retrospektive den Redakteuren, sondern auch den teilnehmenden Ausstellern selbst. Sie fühlten sich – dem allgemeinen Tenor folgend – im „toten Eck“. Verglichen mit den Einzelausstellern war der Auftritt „Österreich“ ein schwacher und nicht zu vergleichen mit der tatsächlichen Bedeutung Österreichs als Bioland schlechthin.
Es wäre hoch an der Zeit, die Aussteller in ein besseres Licht zu rücken und nicht vor der Konkurrenz zu verstecken – das müssen wir nämlich nicht, schon gar nicht wenn es um „Bio“ geht. Hier ist die Heimat nämlich Vorreiter, nicht nur im klassischen Lebensmittelhandel, sondern auch in Produktion und Entwicklung und schön langsam auch in der Gastronomie. Klasse wäre es, wenn wir diesen Pluspunkt auch dementsprechend vermarkten könnten und nicht zusehen, wie die anderen Länder auf der Überholspur vorbeiziehen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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