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Kommentar

18.03.2003
Es ist nicht unmöglich einen Vertrauensbruch wieder gut zu machen. von Gabriele Jiresch

Angebot und Nachfrage
Zahlen, Budgets, Steuer, Umsatz, Cash Flows – es raucht der Kopf – es ist die Zeit der Bilanzen des vergangenen Jahres. Und nun ein Geständnis zu sich selbst: Wer kennt sich wirklich bis in den tiefsten Zahlenwüsten aus? Ehrlich. In einem großen Unternehmen wohl am ehesten der Controller, der Zahlen aufbereitet und sie schließlich dem Boss zur Vorlage bringt. Gut und schön, wenn man Personal hat, dem man blind vertrauen kann.
Nicht so gut, wenn jemand im Team ist, der Bilanzen gerne und vor allem gut fälscht – geschehen bei Ahold. Wer hier auch immer seine Finger im Spiel gehabt hat – er war ein Profi. Man muss sich die Situation auf der Zunge zergehen lassen: 500 Mio. Dollar Gewinn wurden bei einem Tochterunternehmen der Ahold Gruppe einfach zu hoch angegeben. Um diesen betrag wurden Großkundenrabatte einfach falsch verbucht.
Kann man das glauben? Wer um alles in der Welt denkt tatsächlich, dass solche „Irrtümer“ druchgehen bis in alle Ewigkeit? Kann man sich denn bei Ahold nicht mehr an die Beispiele Enron und Worldcom erinnern oder hat man sich darauf verlassen, dass solche Szenarien nur in der IT- und Technologiebranche entdeckt werden. Letztendlich egal, Finanzchef und Chef sind bereits weg vom Schaufenster, was mit ihnen passiert, werden wir wohl nie wirklich erfahren. Was geschieht allerdings mit den vielen Arbeitstieren eine Hierarchie unterhalb und wie wirkt sich denn diese Finanzaffäre auf die ganze Branche aus? Denn dass die Aktie vom drittgrößten Lebensmittelhändler der Welt automatisch und in sekundenschnelle in den Keller rasselte, war wohl klar, aber wie geht es weiter. Wird die Geschichte so schnell vergessen, wie ihre Vorgeschichten.
Eines zum Trost: Wenn Sie manchmal mit einem sehnsüchtigen Seufzer in den Finanzhimmel der „Großen“ blickten, seien sie JETZT froh nicht dort zu sein.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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