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Kommentar

15.07.2003


Deutschlands härteste Konkurrenten in Österreich im selben Boot.<BR><BR>von Max Pohl

Angebot und Nachfrage
Ein Anker-Striezel mit Erdnussbutter: Das war schon in Kindheitstagen etwas Besonderes und schmeckt mir heute noch. Leider ist die Ankerbrot AG in gehörige Schwierigkeiten geraten, und man muss sich ernsthaft Sorgen machen um das traditionsreiche Unternehmen.

Dabei hätte man sich eine ganz andere Entwicklung dieses Brot- und Backwarenriesen vorstellen können. Etwa, dass es nachhaltig gelungen wäre, die Marke Anker als Synonym für eine ausgewählte Range von Erzeugnissen aus dem Teigwarenbereich zu etablieren; zwar schwierig für generische Produkte wie Brot und Semmeln, aber möglich für Erzeugnisse wie Striezel, Gugelhupf oder Kolatschen. Doch das Anker-Profil ist unscharf geworden. Welche der rund 500 gefertigten Anker-Produkte werden tatsächlich mit der Marke identifiziert? Hier hat sich das Produkt- und Marketingmanagement offenbar ordentlich verzettelt.
Auch dem Profil des Anker-Filialnetzes (rund 200 Outlets) fehlt es an Schärfe. Dieses Problem ist allerdings nicht nur hausgemacht. Tankstellenshops machen schon lange, was Anker bisher aus gewerberechtlichen Gründen (weitgehend) verwehrt geblieben ist, nämlich auch an Sonn- und Feiertagen frisches Gebäck und Imbisse anzubieten. Die bevorstehende Liberalisierung der Gewerbeordnung kommt für Anker vielleicht zu spät. Schade, denn Convenienece-Stores, die ihre Öffnungszeiten flexibel regeln (können), wird eine große Zukunft vorausgesagt. Der norddeutsche Backprofi Klaus Ostendorf, der die Ankerbrot AG nach dem Ausgleich per Anfang Juli übernehmen wird, hat bereits Sanierungskonzepte angekündigt: Personalabbau, Sortimentsstraffungen, Filialschließungen.

Die Gläubigerbanken übernehmen die große Fabriksliegenschaft in Wien-Favoriten, die bis 2006 verkauft werden soll. Bis dahin soll die Produktion aus Favoriten abgesiedelt werden. Was wird dann von dem vor 112 Jahren gegründeten Unternehmen noch übrig sein? Die verblassende Erinnerung an einen Striezel?

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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