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Kommentar

04.02.2004


Rufe nach dem Kadi: Die Beteiligung der Rewe an Adeg könnte immer noch wackeln.<BR><BR>von Wolfgang Friedrich

Angebot und Nachfrage
Der Handel hat angekündigt, die Preise wegen der Lkw-Maut nicht zu erhöhen. Nicht so generös ist dagegen das Transportgewerbe. Laut poltert etwa Adolf Moser, der Vorsitzende des Fachverbandes Güterbeförderung: „Wenn ein Frächter die Maut selbst schlucken will, ist er in drei Monaten in der Insolvenz.“

Und gleich stellt er die Rute ins Fenster: „Sollte ein Kunde die Lkw-Maut nicht tragen wollen, gibt es für den Frächter nur eines: stehen zu bleiben, sprich den Vertrag zu kündigen.“
Mosers Worte sind schon auf fruchtbaren Boden gefallen. So hat der oberösterreichische Frachtunternehmer Karl Augustin zu einem überwiegenden Teil die Mautkosten bei seinen Kunden untergebracht. Für jene Kunden, die dies nicht angenommen haben, sei vereinbart worden, vorerst nicht mehr zu fahren.
Ob die Kosten weitergegeben werden oder nicht: Mittelfristig trägt der Konsument die Maut.
Jetzt ist das Gespür des Lebensmittel- und Drogeriefachhandels gefragt, behutsam mit dieser neuen Belastung umzugehen.
Ich höre schon die Stimmen am Stammtisch, wenn sie die Auslöser für eventuelle Preiserhöhungen im Handel suchen: Die EU-Osterweiterung, der „starke Euro“ oder die Steuerreform müssen da vielleicht herhalten.
Angekündigte Entlastungen – wie etwa die Kfz-Steuersenkung oder die Streichung der Straßenbenützungsabgabe (immerhin 1.272 Euro für einen schweren Lkw) – sind da nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn mit der Anhebung der Mineralölsteuer um 2 Cent je Liter werden diese Entlastungen mehr als wettgemacht.
Geben und nehmen: das österreichische Prinzip in der Politik sorgt weiter für Spannung.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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