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Kommentar

14.07.2004


Rufe nach dem Kadi: Die Beteiligung der Rewe an Adeg könnte immer noch wackeln.<BR><BR>von Wolfgang Friedrich

Angebot und Nachfrage
Wenn man an den Namen „Billa“ den Buchstaben „R“ anhängt, erhält man „Bill-ar“ und beschreibt damit fast drei Viertel an Marktmacht im österreichischen Lebensmittelhandel (Billa + Spar).

Ein Jahr am Markt trennt die beiden voneinander. Billa feierte 2003 seinen 50-er (und heuer seinen 51-er), Spar hat heuer ihren „Runden“. Nicht alle stimmten gleichermaßen freudig ins „Happy birthday“ ein. Vor allem die Hersteller von Markenartikeln wurden angehalten, ihre (Preis-) Geschenke abzuliefern.
Ich habe mich bei Herstellern umgehört und bekam folgende Einschätzungen: Bei Rewe seien die Verhandler beinhart und zum Teil unnachgiebig. Mit allen anderen könne man sich arrangieren, ohne dass gleich die Fetzen fliegen.
Härtefälle gab es einige (siehe Kasten Perlinger), bislang wollte sich jedoch kein Lieferant den Mund verbrennen. Immerhin ist Billa für viele ein bedeutender Abnehmer.
Jetzt hat allerdings die oberste Wettbewerbsbehörde das „Schweigen der Lämmer“ amtlich für beendet erklärt. Zu viele Ungereimtheiten schummelten sich unterm Teppich hervor, zu viele Arbeitsplätze stehen letztendlich auf dem Spiel.
Der allgemeine Tenor aus der Markenartikelindustrie zielt nicht auf Rewe als Konzern ab. Viele Geschäftsbeziehungen zwischen Rewe und Lieferanten werden als äußerst fruchtbringend für beide Seiten beschrieben. Vielmehr fehlt auf Lieferantenseite das Verständnis dafür, dass man zum Teil regelrecht gedemütigt wird, obwohl man bisher fairer Partner für Rewe gewesen sei.
Welche Kreise die Affäre zieht, wird Gegenstand unserer weiteren Recherchen sein. Billa selbst trägt ein lapidares „No comment“ dazu bei.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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