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Kommentar

30.09.2004


Deutschlands härteste Konkurrenten in Österreich im selben Boot.<BR><BR>von Max Pohl

Angebot und Nachfrage
Für seine restriktive Öffentlichkeitsarbeit war schon der BML-Konzern – der Vorläufer von Rewe Austria – bekannt. Ein Kollege erzählte mir, dass er sich eines Tages in Grinzing schon vor Karl Wlascheks Auto werfen wollte, um vielleicht auf diese Weise einmal mit dem Konzernboss in Kontakt zu kommen.

„Kein Kommentar“ war die übliche BML-Antwort auf Journalistenfragen. Das hat sich auch unter deutscher Eigentümerschaft nicht wesentlich verändert. Dass Rewe Austria täglich eine Werbelawine auf die Konsumenten zurollen lässt, ist das gute Recht des Handelsunternehmens. Auf der anderen Seite hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, vom Marktführer einer Branche, der gleichzeitig einer der größten Arbeitgeber des Landes ist, auch dann und wann Antworten auf kritische Fragen bzw. Stellungnahmen zu offensichtlichen Problemen zu bekommen.

Die massiven Beschwerden von Lieferanten und (Ex)Mitarbeitern sowie die Untersuchungen von Bundeswettbewerbsbehörde, Arbeiterkammer, Gewerkschaft, Krankenkasse und Finanzamt bringen Rewe Austria nun aber langsam unter Zugzwang. Die Schere zwischen Werbeinhalten auf der einen und Medienbericht-erstattung auf der anderen Seite geht immer weiter auseinander, Unglaubwürdigkeit und Imageschaden sind die logische Folge.
Wenn man gut informierten Kreisen Glauben schenken darf, gibt es innerhalb des Managements von Rewe Austria nicht wenige, die mit der eigenen Öffentlichkeitsarbeit schon lange nicht mehr einverstanden sind und auf einen offensiveren Weg drängen. Vermutlich wird auch schon eine „Task Force Public Relation“ angedacht. Besser einmal zu Fehlentwicklungen Stellung nehmen, als Informationssperren aufrecht zu erhalten.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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