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Kommentar

15.05.2006

Angebot und Nachfrage
Nach „We feed the world“ kommt wieder ein Lebensmittel-Thriller, „Unser täglich Brot“, in unsere Kinos:

Lebende Küken werden wie gelbe Tennisbälle auf Fließbänder geschossen, Kühe werden mit technischer Routine in Schlachtapparate transportiert, kleine Schweinderln sortiert, als wären es leblose Stofftiere.Sicher: Der Handel benötigt für die kontinuierliche Befriedigung der (tatsächlichen, vermuteten oder manipulierten) Konsumentenwünsche Ware, die hinsichtlich Quantität, Qualität und Termintreue genormt (und möglichst preiswert) verfügbar ist. Und dazu bedarf es einfach einer globalisierten Nahrungsmittelindustrie, unterstützt von einer sich aggressiv durch die Erde pflügenden Landwirtschaftsmaschinerie, die liefert was das Zeug hält.Auch Dokumentarfilme zeigen nur einen Ausschnitt aus der Realität. Diese besteht aber auch aus unserer heimischen, kleinräumigen Landwirtschaft und den vielen österreichischen Klein- und Mittelunternehmen, die sich um Regionalität, Frische und Natürlichkeit bemühen? Dem Gedanken „Die Größe ist gefährlich“ (Franz Grillparzer), muss man die Forderung nach „Economy of scale“ entgegehalten. Denn natürlich bedarf es zur kaufmännisch interessanten Produktion ökonomischer Methoden in einem entsprechenden Maßstab. Die Wahrheit liegt wieder in der Mitte: Umfragen zeigen zwar, dass die Sehnsucht nach Natur und Kleinheit immer mehr das Ideal heimischer Erzeugnisse prägt und zunehmend eine vertraute Regionsbezeichnung am Produkt zum kaufentscheidenden Element avanciert, dennoch kann wohl niemand die Argumente eines günstigen Preises und einer ganzjährigen Verfügbarkeit entkräften. Vielleicht sollten wir aber doch vor jedem Kauf wissen, was genau wir uns im Einzelfall „einhandeln“ – daher mein Tipp: ins Kino gehen statt wegzuschauen!

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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