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Kommentar

07.07.2006


Deutschlands härteste Konkurrenten in Österreich im selben Boot.<BR><BR>von Max Pohl

Angebot und Nachfrage
In dem knappen Jahr, seit die neue Vorstandsriege von Rewe Austria im Amt ist, hat sich so manches geändert bei der Nummer 1 im österreichischen Lebensmittelhandel.

Aus dem einst verschlossenen Unternehmen ist ein Musterbeispiel für offensive Öffentlichkeitsarbeit geworden, wie die lange Liste der Aktivitäten zeigt: Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Vorstandsmitglieder und des neuen Unternehmensauftritts, Bilanz-Pressekonferenz, Pressekonferenz zur Kooperation mit der Agrarmarketing Austria, Pressekonferenz von „Ja! Natürlich“, Pressekonferenz zu neuen Kooperationen mit der Landwirtschaft, Pressekonferenz zu einer Ernährungsstudie. Dazu ein Feuerwerk an Rewe Austria-Presseaussendungen zu weiteren Themen.Hatten Journalisten von Rewe Austria (bzw. vom Vorläufer BML) jahrelang nicht viel mehr als den Satz „Kein Kommentar“ zu hören bekommen, scheint es nun, als die neue Geschäftsführung wolle Versäumtes im Eilzugtempo nachholen.Die neue Unternehmenskultur wird freilich nicht uneigennützig zelebriert. Es gilt schließlich, Imagedefizite zu korrigieren. Rewe Austria möchte sich nicht nur als offenes, sondern auch und vor allem als österreichisches Unternehmen präsentieren, das der heimischen Landwirtschaft und den Lieferanten wohlgesonnen gegenübersteht und den Kunden alle Wünsche von den Augen abliest. Die vom Rewe Austria-Vorstandssprecher offen zur Schau gestellte freundschaftliche Haltung gegenüber dem härtesten Mitbewerber Spar runden das Bild von der „Charme-Offensive“ ab. Doch man bedenke: Freundlichkeit ist ja bekanntlich die höchste Tugend des Kaufmanns – geschenkt bekommt man von ihm trotzdem nichts. Schon gar nicht von den Kaufmännern im Vorstand der Rewe Austria.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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