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Kommentar

20.07.2006


Rufe nach dem Kadi: Die Beteiligung der Rewe an Adeg könnte immer noch wackeln.<BR><BR>von Wolfgang Friedrich

Angebot und Nachfrage
Österreich erlebt derzeit eine Inflation der ungewöhnlichen Art: Der Begriff „Nahversorger“, viele Jahrzehnte über treuer Begleiter der Branche und internes Unterscheidungsmerkmal gegenüber den „Großen“, scheint seine Definitionskraft verloren zu haben.
„Jeder Billa und jede Spar-Filiale, jeder Schlecker und jede Tankstelle mit Shop nennt sich heute schon ‚Nahversorger‘. Wie soll sich der Kunde denn da noch zurecht finden?“ höre ich so oder in leicht abgewandelter Form in den vergangenen Wochen und Monaten von Frauen und Männern „an der Front“, also von selbstständigen Kaufleuten.
Vorweg: Bei der in Österreich „wütenden“ Verkaufsflächendichte gilt: Wenn‘s an jedem Eck‘ – vor allem in den Ballungsgebieten – eine Filiale gibt, darf sich die getrost „Nahversorger“ nennen. Das wird den Filialisten auch nicht abgesprochen. Was beklagt wird, ist der Wegfall des USP – „Als Nahversorger kümmere ich mich persönlich um die Anliegen meiner Kunden, besorge Waren, die ich eigentlich nicht führe, liefere die Einkäufe bis vor die Wohnungstüre.“ Das leisten in aller Regel die filialisierten Supermärkte nicht.
Und dennoch profitieren auch sie von dieser positiven „Aufladung“ des Begriffes „Nahversorger“. Das wäre so, als würden sich Monatsmagazine mit Fachzeitungen vergleichen, die doppelt so oft erscheinen und daher viel näher am Puls des Geschehens sind.
Was Not tut, ist also ein neuer Begriff. Johann Enne, Rolla-Pionier aus Niederösterreich, kennt dieses Problem ebenfalls. „Ich habe schon überlegt, auf ‚Notversorger‘ zu wechseln. Aber das Wort ‚Not‘ ist negativ besetzt“, hat er mir kürzlich gesagt. Auch der von ihm angedachte Begriff „Grundversorger“ birgt Gefahren: Gibt es einen Grund, dass ich dort einkaufen gehen soll? Versorge ich mich dort nur mit den Grundnahrungsmitteln?
Daher könnte der Sommer damit verbracht werden, einen neuen Begriff zu finden, der die „Extras“ der Kaufleute wieder glasklar macht. Gefragt sind die Großhandelshäuser ebenso wie die Interessenvertretungen der Wirtschaftskammern.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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