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Kommentar

08.11.2006


Rufe nach dem Kadi: Die Beteiligung der Rewe an Adeg könnte immer noch wackeln.<BR><BR>von Wolfgang Friedrich

Angebot und Nachfrage
Noch ist nicht aller Tage Abend. Zumindest nicht, wenn es nach Spar-Chef Gerhard Drexel geht. In der Causa Rewe-Adeg schließt Drexel nach letzten Meldungen einen Gang zur EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel nicht aus, sollte der Handelsriese Rewe (Billa, Merkur) wie angekündigt beim österreichischen Mitbewerber Adeg einsteigen. Sein Argument: „Auch die Behörde in Brüssel wünscht sich, dass in so einem Fall die direkt betroffenen Unternehmen ihre Sicht der Dinge darstellen. Das werden wir machen. Ob eine Klage auch möglich ist, ist noch nicht ganz klar. Unsere Anwälte sind zur Zeit gerade dabei, die formalrechtliche Zuständigkeit zu prüfen“, sagte er in einem Interview mit der „Presse“ vergangene Woche.
Und er hält es für durchaus möglich, die Beteiligung zu verhindern. Dabei beruft sich Drexel auf das Jahr 1998, als Rewe Meinl zu 100 Prozent übernehmen wollte. Damals hat die Wettbewerbsbehörde dies untersagt.
Wie wir wissen, ist das ehemalige Meinl-Imperium dann mehr oder weniger sanft zwischen den Marktführern Rewe und Spar geteilt worden.
Welche Varianten bestehen, im Fall der Rewe-Beteiligung an Adeg, um den Frieden wiederherzustellen?
Handelsinsider tippen, dass möglicherweise die Edeka-Center (vormals „Mag­net“) der entscheidende Talon in der Hinterhand sein könnten. Dazu müssten folgende Fragen beantwortet werden: Hat Spar Interesse an den großflächigen Märkten? Ist Adeg bereit, um des lieben Friedens Willen diese Märkte – die ja schon längere Zeit zur Disposition stehen – an Spar abzugeben? Würde sich Spar damit zufrieden geben?
Zugegeben: Das sind waghalsige Spekulationen. Sollte diese Vision Wirklichkeit werden, würden sich die Marktanteile nicht in dem Ausmaß zu Gunsten nur einer Handelskette verschieben, wie sie es der Papierform nach heute täten, wenn die Beteiligung der Rewe an Adeg ohne Änderungen über die Bühne geht.
Komme, was da wolle: Die Markenartikelindustrie denkt sich vorläufig ihren Teil – und ziert sich, das laut zu tun. Die Jahresgespräche werden so oder so in Zukunft härter werden.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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