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Konrad Kreid, Geschäftsführer der Black Friday GmbH mit der Plattform blackfridaysale.at

Konrad Kreid (Black Friday GmbH): “Aktionstage wie Black Friday stärken den Handel”

24.10.2017

Am 24. November 2017 findet in Österreich zum fünften Mal der Black Friday statt. Im letzten Jahr erzielten die Einzelhändler in Österreich und Deutschland einen Rekordumsatz von über 1 Milliarde Euro. Die Handelszeitung sprach mit Konrad Kreid, Geschäftsführer der Black Friday GmbH und damit der Plattform Blackfridaysale.at, über die Entwicklung des aus den USA stammenden Aktionstages und die damit verbundenen Chancen für die heimische Handelsbranche.

Handelszeitung:  Wie waren die Anfänge von Black Friday in Österreich, wie kam es dazu, wo doch kurz danach mit der Adventzeit die umsatzstärkste Zeit des Handels beginnt?

Konrad Kreid: Begonnen hat Black Friday 2013 und es war anfangs in der Tat eine große Herausforderung, die Händler davon zu überzeugen, dass sie in dieser Zeit so starke Rabatte gewähren sollen.

Es hat eine Weile gedauert, bis Händler realisiert haben, dass mit dem Black Friday die Weihnachtskäufe vorgezogen werden. Das heißt, Kunden denken bereits im November an die Weihnachtszeit und dadurch verlängert sich deutlich die umsatzstärkste Zeit für den Handel. Der Kunde freut sich auch, denn er kann zum idealen Zeitpunkt vor Weihnachten seine Geschenke stark rabattiert erwerben. Seit 2016 ist Black Friday Sale nun der stärkste Handelstag und wir erwarten, dass sich auch in diesem Jahr der Umsatz steigen wird.

War es ein geglückter Start, oder hatten Sie sich eine stärkere Beteiligung und einen höheren Umsatz erhofft?

Konrad Kreid: Der User Ansturm war überwältigend und über 1 Million Shopper warteten bereits am 1. Black Friday vor 19.00 Uhr auf unsere Seite. Es waren sogar so viele, dass unsere Server der Last nicht standhielten und wir 15 Minuten verspätet live gegangen sind. Das passiert uns jetzt sicher nicht mehr.

Das Angebot war zu Beginn jedoch noch nicht so umfangreich, denn die Händler waren skeptisch und sahen den ersten Black Friday Sale eher als Test.  Im letzten Jahr hat auch der letzte Händler begriffen, dass es dem Umsatz schadet, wenn man sich für den Black Friday Sale nicht ausreichend vorbereitet und keine guten Angebote anbietet. 

Wie verlief das vergangene Jahr? Wurden 2016 die Erwartungen erfüllt?

Konrad Kreid: Mit über 7 Millionen Konsumenten auf unseren Seiten sind wir und unsere Händler sehr zufrieden gewesen und auch die Zahl der Einkäufe und Umsätze waren sehr zufriedenstellend.  

Der Onlinehandel hat die Chancen des Black Friday schnell erkannt – wie sieht es mit dem stationären Handel aus?

Konrad Kreid: In diesem Jahr starten wir den Black Friday Sale auch im stationären Betrieb. Konsumenten können sich dazu unsere „Black Friday Sale- App“ herunterladen und bekommen angezeigt, wo in ihrer Nähe welche Schnäppchen zu ergattern sind. Wir versuchen damit so auch den stationären Handel vom Black Friday profitieren zu lassen; so wie es in den USA eigentlich vorgesehen war.

Was unterscheidet Europa von den USA in Bezug auf den Black Friday, momentan und vielleicht auch langfristig? 

Konrad Kreid: In den USA ist der Black Friday ein Phänomen des stationären Handels und unser Black Friday Sale entspricht derzeit eher dem amerikanischem Cyber Monday. Das liegt daran, dass wir 2013 nicht genug Ressourcen hatten, um mit dem gesamten stationären Handel so einen Tag durchzuführen. Es hat aber auch einen Vorteil für Konsumenten, dass Black Friday in Europa hauptsächlich online stattfindet: Es gibt keine Einkäufer, die im November vor Geschäften campieren müssen, keine langen Schlangen vor samt der Raufereien um die besten Schnäppchen. Man kann entspannt ab Donnerstag den 23.11. ab 19.00 Uhr  alle seine Einkäufe online auf blackfridaysale.at durchführen.

Welche Chancen sehen Sie für den österreichischen Handel durch Black Friday?

Konrad Kreid: So wie in den USA können Händler die Weihnachtssaison viel früher einläuten und den Kunden in Kauflaune bringen. Der Namens-Ursprung des Black Friday kommt auch daher, dass Händler in dieser Zeit schwarze Zahlen schreiben. Genau das soll auch dem österreichischen Handel zu Gute kommen. 

Mit welcher Entwicklung rechnen Sie 2017 bzw. wie sind Ihre Prognosen?

Konrad Kreid: Wir rechnen mit 10 Millionen Konsumenten auf unseren Plattformen und einem neuen Umsatzrekord für unsere Händler. 

Autor/in:
Alice Rienesl
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