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Konsument der Zukunft

03.03.2005

Markt- und Meinungsforscher Bretschneider referierte über die Chancen für kleine und mittlere Betriebe.

Prof. Dr. Rudolf Bretschneider, der renommierte Markt- und Meinungsforscher von Fessel-GfK, ist der Einladung der Wirtschaftskammer Wien gerne gefolgt und weiß von neuen Chancen für KMUs aufgrund des veränderten Konsumentenverhaltens zu berichten. Kurz zusammengefasst: Der moderne Konsument der Zukunft wird individueller und als Gesamtheit nur schwer fass- und ansprechbar sein, Kunden werden zeitgestresst, höchstkritisch, weniger treu, preissensibel, überaus gut informiert und immer anspruchsvoller sein. „Die Zeiten vom braven Endverbraucher sind wohl vorüber, der ‚unmanageable consumer‘ wird die Hauptzielgruppe“, so Bretschneider.

Der Konsument wird nicht länger passiv sein, er zeigt reale und virtuelle Mobilität, der Erfahrungsradius erweitert sich ständig und dadurch steigen die Ansprüche. Der eigentliche Haupttrend wird in letzter Konsequenz sein, dass es allumfassende Massentrends nicht mehr geben wird. Die Vielfalt war nie so bunt wie heute - eine Reihe verschiedenster Moden, Geschmäcker und dazugehörige Produktinnovationen haben ihre Daseinsberechtigung und können nebeneinander Bestand haben, Nischen und Minderheitenmärkte werden zur Selbstverständlichkeit. Konsum wird in Zukunft immer mehr zum Ausdruck eines bestimmten Lebensstils.
Die Chance der KMUs liegt in der Nähe zum Konsumenten. Man weiß, was man seinen Kunden gezielt anbieten kann, womit er sich als Person in seiner Individualität angesprochen fühlt.

Ein weiterer wichtiger Trend ist die veränderte Altersstruktur der Gesellschaft und damit der Konsumenten. Kein sozialer Trend ist so langfristig und so tiefgreifend wie der Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung. Mann kann von einer Konsumfreude im dritten Lebensabschnitt sprechen: viele der über 50-jährigen genießen ihre Freizeit und nutzen die Zeit zur nochmaligen Selbstfindung. Die Kaufkraft der „50+“-Zielgruppe ist dreimal so hoch wie die der vielumworbenen Zielgruppe der bis 20-jährigen. Die Vision vom „Fun-Rentner“ ist zwar überzeichnet, doch Tatsache ist, die Herrschaft der Jugendkultur in der Konsumwelt dürfte einem Ende entgegengehen. Die „Best-Ager“-Generation entwickelt sich immer mehr zu einem tonangebenden, gesellschaftlichen Kaufsegment. „Pflegt eure älteren Kunden“, so Bretschneider, „ihre Bedeutung wird weiter zunehmen“.
Kundenzufriedenheit als wahre Herausforderung: Der Konsument will genießen, sich kleiden, auf angenehme Art und Weise Produkte erweben und dies alles zu einem vernünftigen Preis. Und er möchte sich immer mehr bedienen lassen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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