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Krapfentest 2019: Konditor vs. Handel

28.01.2019

Ist der teure Konditorkrapfen automatisch besser als sein günstiges Pendant aus dem LEH oder gar vom Diskonter?

Im Sacher Eck bewertete eine Profijury die Faschingskrapfen nach Optik, Geruch, Textur und Geschmack. Das Ergebnis: Preis und Qualität stehen in keinem zwingenden Verhältnis, der Handel schnitt gegenüber Konditoreien gut ab.

Dieser Frage ging eine Jury des Lifestyle-Magazins Falstaff nach. Der hochkarätig besetzten Jury gehörten u.a. die beiden Sensorikerinnen Romana Fertl und Caroline Schlinter-Maltan, die Spitzenköche Dominik Stolzer (»Sacher«) und Sören Herzig (»Herzig«, öffnet demnächst), sowie die beiden Patissiers Michael Klein (»Sacher«) und Thomas Scheiblhofer (»TIAN«) an.

Die Qualitätskriterien

Worauf kommt es bei einem guten Krapfen an? Zunächst bewertete die Jury die Optik: Wie breit und regelmäßig ist der Mittelstreifen, wie ansprechend ist die Färbung, wie gleichmäßig ist die Oberfläche? Dann wurden die Krapfen geviertelt und beurteilt, ob sie mit genügend Marmelade gefüllt waren und ob diese gleichmäßig verteilt war. Weiter ging es mit der Beurteilung der Textur: Wie flaumig und elastisch ist der Teig, ist er lange genug gebacken oder klebt er nach dem ersten Bissen zusammen? Oder ist er zu lange gebacken und trocken geworden? Am wichtigsten ist immer noch der Geschmack, eine frische und leicht hefige Anmutung ist ideal. Zu fettige und sogar ranzige Noten wurden mit Abzügen bestraft. Zuletzt ging es um die Marmelade: Ist sie plump und süß oder fruchtig mit balancierender Säure? Ist sie flüssig genug, ohne dabei aus dem Teig zu fließen? Und schmeckt sie überhaupt nach Marille?

Das Ergebnis

Der Krapfen der Kurkonditorei Oberlaa (1,90 Euro) konnte die Jury in allen Belangen überzeugen. Auf Rang zwei landete der Krapfen der Bäckerei Felber (1,20 Euro), noch vor Gragger & Cie (1,90 Euro). Hauchdünn dahinter platzierte sich schon das erste Diskonter-Produkt, der Krapfen aus der Backbox von Hofer (0,59 Euro). Rang fünf sicherte sich die Bäckerei-Kette Ströck (1,15 Euro).

Rang, Anbieter, Preis pro Krapfen, Punktestand

1 Kurkonditorei Oberlaa, 1,90 Euro, 94 

2 Felber, 1,20 Euro, 93,5 

3 Gragger, 1,90 Euro, 93 

4 Hofer (Kuchenpeter), 0,59 Euro, 93

5 Ströck, 1,15 Euro, 92,5

6 Haug Delikatessen (Grimm), 1,95 Euro, 92

7 Der Mann, 1,18 Euro, 91,5

7 Lidl, 0,59 Euro, 91,5

7 Interspar, 0,99 Euro, 91,5

10 Meinl am Graben (Reiter), 1,59 Euro, 91,5

11 Anker, 1,15 Euro, 91

12 Billa, 0,99 Euro, 91

13 Café Central, 2,60 Euro, 90,5

14 Aida, 1,50 Euro, 90,5

15 Geier, 1,20 Euro, 90,5

16 Felzl, 1,55 Euro, 89,5

17 Demel, 2,90 Euro, 89

18 Groissböck, 1,40 Euro, 89

19 Penny, 0,25 Euro, 88

20 Merkur, 0,50 Euro, 87,5

21 Marco Simonis Bastei10 (Öfferl), 3,90 Euro, 87,5

Während der Sieger-Krapfen (Oberlaa) auf 1,90 Euro kommt, kostete der viertplatzierte (Hofer) nur noch 59 Cent. Pikant: Der letztgereihte Krapfen kostet das Achtfache des punktegleich vor ihm liegenden Merkur-Krapfens und gar das 16fache seines geringfügig höher bewerteten Penny-Pendants.Bei der Reihung wurden Nachkommastellen der Durchschnittsbewertungen berücksichtigt. Nur bei exaktem Gleichstand ergaben sich ex-aequo-Platzierungen.

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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