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Eine schwere Geburt: Nach fünf Verhandlungsrunden gab es beim Handels-KV eine Einigung

KV-Abschluss: Nächtliche Einigung

18.12.2018

In der fünften Verhandlungsrunde gab es endlich einen Kompromiss: Die Gehälter werden um 2,5 Prozent, mindestens jedoch um 48 Euro erhöht, die Lehrlingsgehälter steigen um mehr als 8 Prozent. Ab 2019 gibt es am 24. Dezember für die Handelsangestellten eine Stunde mehr Familienfreizeit und auch ein Rechtsanspruch auf die Vier-Tage-Woche wurde fixiert.

Es ist geschafft. Die fünfte Verhandlungsrunde im Ringen um einen Kollektivvertragsabschluss für über 400.000 Beschäftigte im Handel war für dieses Mal die letzte: Kurz vor Mitternacht einigten sich die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, nach rund elf Stunden, am 17. November auf eine grundsätzliche Erhöhung von 2,5 Prozent. Mindestens werden es aber 48 Euro sein, wodurch die niedrigeren Gehaltsstufen im Schnitt um rund 3 Prozent erhöht werden. Das ergibt durchgerechnet für die gesamten Gehaltsstufen des Kollektivvertrags ein Gehaltsplus von 2,66 Prozent. Die Lehrlingsentschädigungen werden um mehr als 8 Prozent erhöht – und zwar auf 650 Euro im ersten Lehrjahr, 820 Euro im zweiten, 1.000 Euro im dritten und 1.150 Euro im vierten Lehrjahr. 2020 soll es dann bei den Lehrlingsentschädigungen eine weitere Erhöhung geben. Der neue Handels-KV tritt mit 1. Jänner 2019 in Kraft.

Zusätzlich hat man sich darauf geeinigt, dass es für alle Beschäftigen im Handel einen Rechtsanspruch auf die 4-Tage-Woche und auf Altersteilzeit gibt. Außerdem wurde die Anrechnung von Karenzzeiten auf dienstzeitenabhängige Ansprüche von 10 auf 24 Monate erhöht. Dazu kommt, dass die Geschäfte am 24. Dezember ab 2019 bereits um 13 Uhr, anstatt wie bisher um 14 Uhr, schließen.

„Die Arbeitnehmer im Handel sind bei diesem KV-Abschluss ans Limit gegangen“ erklärt Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der in Salzburg zwei Lebensmittelgeschäfte führt. „Ich habe alles auf den Tisch gelegt, was ich hatte“, sagte er nüchtern gleich nach dem Verhandlungsende.

Die Gewerkschaft scheint zufrieden zu sein, auch wenn etliche Forderungen, trotz großer Protestaktionen und Betriebsversammlungen, nicht durchgebracht wurden. „Wir haben diesem Abschluss zugestimmt, weil er zum einen den unteren Gehaltsgruppen eine Gehaltserhöhung von 3,2 Prozent brachte und das rahmenrechtliche Paket, zum Beispiel mit dem Recht auf die 4-Tage-Woche, wirklich herzeigbar ist“, erklärt Anita Palkovich, die Verhandlerin der GPA-djp.

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