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Ländlich geprägt und recht dynamisch

02.05.2005

Oberösterreich steht auf wirtschaftlich gesunden Beinen – mit einem überdurchschnittlich wachsenden Lebensmittelhandel und ländlich geprägten Konsumgewohnheiten.

Fast 1,4 Millionen Einwohner sind im Land ob der Enns daheim – das entspricht ca. 17 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung. Oberösterreich steht auf wirtschaftlich gesunden Beinen, die Arbeitslosenrate (2004: 4,5%) stellt den niedrigsten Wert aller Bundesländer dar (Österreich-Durchschnitt 7,1%; Quelle: Statistik Austria).
Die höchste Kaufkraft pro Kopf ist in den drei Magistratsstädten Linz (Index: 121,8), Wels (116,7) und Steyr (108,8) zu finden, die Werte für den oberösterreichischen Zentralraum liegen etwa im Österreich-Schnitt, das Inn- und Mühlviertel haben hier noch Potenzial, der Gesamtindex für Oberösterreich liegt bei 96,2 (Quelle: TMG). Dementsprechend liegt auch der Anteil Oberösterreichs an den Umsätzen im Lebensmittelhandel (exkl. Hofer/Lidl) mit 16,0% noch unter dem Bevölkerungsanteil von 17%. Die verglichen mit West- und Südösterreich unterdurchschnittliche Bedeutung des Tourismus (nur 12% der Nächtigungen entfallen auf OÖ) ist hierfür mit ausschlaggebend. (Quelle: Statistik Austria). In den letzten Jahren konnte das Gebiet aber jeweils Potenzial aufholen, was einerseits am pulsierenden Zentralraum, dessen wirtschaftlicher Stärke und Stabilität sowie an gezielten EU-Förderprogrammen (z. B. für die Region Mühlviertel), andererseits an Modernisierungsoffensiven der Marktteilnehmer liegt.

Oberösterreich ist eines der Spar-Kernländer, gemeinsam mit Maximarkt führt die Spar auch das Ranking nach Geschäftsanzahl an und setzt auch Akzente wie z. B. mit dem Self-Scanning-Eurospar in Mattighofen. Für Rewe Austria (Billa, Merkur, Penny) stellt Oberösterreich eine wichtige Station in der West-Expansion dar. Die ZEV-Markant ist in Oberösterreich mit ihrem Mitglied Pfeiffer, der Supermarkt-Kette Unimarkt und selbstständigen Nah&Frisch-Kaufleuten sehr prominent vertreten. Die Adeg-Edeka betreibt in diesem Bundesland ca. 100 Geschäfte. Der regionale Schwerpunkt von Zielpunkt/Plus liegt stärker in Niederösterreich/Wien, doch wird auch in Oberösterreich expandiert. Im übrigen LEH sind einige sehr erfolgreiche Unternehmen vertreten wie z. B. der Winkler Markt mit 3 Outlets.
Die Verbrauchermärkte (über 1000 m2 Verkaufsfläche) haben in Oberösterreich signifikant höhere Bedeutung (33% Umsatzanteil vs. 29,1% österreichweit). Neben den österreichweit tätigen Vebrauchermärkten wie Interspar, Merkur, Eurospar, Magnet E-center tragen hier auch einige oberösterreichische Vebrauchermärkte wie die Maximärkte (5 von 7 Standorten) oder das zur Pfeiffer-Gruppe gehörende Tabor Warenhaus bei. Da die Verbrauchermärkte besonders stark von der Kaufzurückhaltung im Zuge der Euro-Einführung betroffen waren, war 2002 auch jenes Jahr, in dem die oberösterreichische Entwicklung entgegen dem langfristigen Trend nicht an die österreichische heranreichte.
Die in Summe doch ländlich geprägte Struktur Oberösterreichs spiegelt sich in den Warengruppen-Marktanteilen wider: Hohe Anteile bei Grundnahrungsmitteln deuten darauf hin, dass im Land ob der Enns überdurchschnittlich häufig selbst gekocht wird. Diese Aussage stützen auch die niedrigen Marktanteile bei Fertiggerichten.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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