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Landeswirtschaftskammer warnt vor Krisenzeiten

13.09.2017

Die österreichischen Milchbauern profitieren endlich von den höheren Erzeugerpreisen für Butter. Dennoch rät die LWK OÖ zur Vorbereitung auf mögliche Preisstürze. 

"Bei den Bauern kommt jetzt auch was an", freuen sich die Kammerfunktionäre über den neuen Erzeugerpreis und bezeichnen ihn als "fair". Der Milchmarkt ist seit dem letzten Quartal 2016 wieder im Aufschwung: Durchschnittlich bekommen die Bauern aktuell gut 37 Cent pro Kilogramm. (https://www.handelszeitung.at/handelszeitung/internationaler-milchmarkt-wieder-stabil-148224) . Die Landeswirtschaftskammer Oberösterreich rät Ihren Mitgliedern aber, sich nicht zu früh zu freuen.

„Hoffnungschimmer“ in Gefahr

Für die 28.500 heimischen Milchbauern ist sind die aktuellen Erzeugerpreisentwicklungen natürlich ein Hoffnungsschimmer, dass die Lage länger so bleibt, denn die Milchpreiskrise 2015/16 hat die meisten angeschlagen. Mit der neuen Preissituation können die Bauern wieder Eigenkapital bilden, verschobene Ersatzinvestitionen zur Weiterentwicklung (u.a. bei der Qualitätssicherung) nachholen. Die Interessenvertretung rät dringend diese Möglichkeit dazu zu nutzen sich auf mögliche Krisenzeiten vorzubereiten. Grund für diese Warnung ist die Panikmache des Handels. Denn laut LWK brauche man sich keine Sorgen über „Butterpreis-Explosionen“ oder Nichtverfügbarkeit machen. Genau das führt nämlich zu Hamsterkäufen, die den Preis erst recht wieder in den Keller stürzen lassen. Damit wäre der Aufschwung für unsere Bauern nicht von langer Dauer.

Durch die krisenbedingte gesunkene Produktion bei gleichzeitiger steigender Nachfrage ist der Butterpreis im österreichischen Lebensmittelhandel seit Mitte 2016 bis zu 80 Prozent gestiegen (https://www.handelszeitung.at/handelszeitung/butterpreise-erreichen-rekordhoehen-151829n ). Die Konsumenten sollen nach LWK realistisch sein, weil die Preiserhöhung von einem sehr niedrigen Niveau ausgegangen ist. Bisher haben die Entwicklungen zu keinem Absatzrückgang geführt."Butter ist ein Grundnahrungsmittel. Auch wenn sie um 50 Prozent teurer wird, gibt es kaum Konsumenten, die auf Butter verzichten wollen", erklärte der Franz Sinabell, Ökonom des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo).

Der Milchbauern-Verein IG Milch sieht die Lage aber sowohl für Konsumenten, als auch für Bauern alles andere als optimal. "Die Konsumentinnen und Konsumenten müssen Rekordpreise für Butter bezahlen, während Bäuerinnen und Bauern nur geringfügig von steigenden Verkaufspreisen profitieren", heißt es in einer Aussendung. Die einzige Möglichkeit längerfristig auf die steigende Nachfrage zu reagieren, sind mehr Milchkühe. Kurzfristig müssen die Bauern mit dem Anpassen der Fütterung arbeiten. Diese Möglichkeit wird aber eher ungern gewählt, weil es Stress für die Tiere bedeutet. 

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