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Lange Öffnungszeiten im Handel aus Konsumentensicht völlig überbewertet

07.01.2008

Seit 1. Jänner 2008 können die Geschäfte 72 statt bisher 66 Stunden in der Woche offen halten. Verkauft werden dürfen die Waren von Montag bis Freitag von 6 bis 21 Uhr und am Samstag von 6 bis 18 Uhr, der Sonntag bleibt bis auf regionale Ausnahmefälle und Groß-Events weiterhin tabu.

Dass diese Neuerung die Konsumenten aber weitgehend unberührt lassen wird, zeigt eine groß angelegte Studien-Serie des Online-Marktforschers Marketagent.com. Demnach zählen vor allem das Preis-/Leistungsverhältnis sowie die Kompetenz und die Freundlichkeit des Personals. Lange Öffnungszeiten befinden sich hingegen im letzten Drittel der aus Kundensicht wichtigen Aspekte für die Auswahl eines bestimmten Händlers. Damit liegen die Öffnungszeiten im Ranking beispielsweise nach der leichten Erreichbarkeit der Shops, der angenehmen Einkaufsatmosphäre und den geringen Wartezeiten.

Marketagent.com hat im Jahr 2007 insgesamt 12 Handelsbranchen untersucht und dazu jeweils rund 1.000 ÖsterreicherInnen befragt. Nun liegen die kumulierten Werte über in Summe 12.014 Interviews vor, die auch interessante Details rund um die Relevanz und Wichtigkeit verschiedener Aspekte bei der Händlerauswahl offen legen. Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis (60,7%), ein freundliches (58,3%) und kompetentes (55,2%) Personal sowie besonders günstige Preise/Konditionen (48,9%) sind demnach die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Auf den weiteren Plätzen in diesem Ranking folgen die leichte Erreichbarkeit der Shops (46,3%), die Qualität der Produkte (46,0%) und die Sortimentsgestaltung (45,9%).

Lange Öffnungszeiten spielen demnach nur eine untergeordnete Rolle, resümiert Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. Lediglich 31,5 Prozent der Befragten bewerten die Möglichkeit, auch zu späterer Stunde einkaufen zu können, als "sehr wichtig". Damit liegen die langen Öffnungszeiten auf Platz 16 von insgesamt 22 vorgelegten Kriterien.

Dies gilt vor allem für den "klassischen" Einzelhandel, so Thomas Schwabl. Bei Tankstellenshops und in der Systemgastronomie wird dem Thema Öffnungszeiten eine signifikant höhere Bedeutung zugeordnet. Beim "klassischen" Handel dürfte vor allem der Lebensmitteleinzelhandel von der Ausweitung des Ladenschlusses profitieren. Beim Sportfachhandel sind es dann "nur" mehr knapp 23% die diesem Aspekt eine besonders hohe Relevanz beimessen.

Studienleitung: Marketagent.com, Thomas Schwabl

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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