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Lebensmittel-Codex und Bio-Produktion

15.07.2002

In Österreich wird die Käseproduktion durch das Lebensmittelbuch (Codex) geregelt. Im Codex finden sich Definitionen und Zubereitungmethoden, Hinweise zum Thema Produktbezeichnungen bzw. Kennzeichnungsvorschriften sowie Richtlinen für den Verkauf.

Auch für Käse gilt, was für fast alle in Österreich produzierten Lebensmittel gesagt werden kann: Neben hervorragenden Rohstoffen sorgt das „Lebensmittelrecht“ für einen überdurchschnittlich hohen Qualitätsstandard. Im EU-Beitrittsvertrag wurde verankert, daß Lebensmittel hierzulande weiterhin ausschließlich nach den strengen Codex-Richtlinien erzeugt werden. Das hat für die Verbraucher klare Vorteile und erleichtert eine internationale Positionierung im Premium-Segment.

Rot-weiß-rot steht für Sicherheit und Seriosität: So sind Zusätze nur dann erlaubt, wenn die verwendeten Zusatzstoffe auf der Packung eindeutig deklariert werden.

Die hochgelobten, weil strengen österreichischen Lebensmittel-Gesetze könnten in Zukunft aber auch für Unklarheit bzw. Unmut sorgen, unken manche Brancheninsider nicht ganz zu Unrecht. Leider ergeben sich immer wieder Probleme mit Rohmilch-Käse, weil im österreichischen Codex andere Richtlinien als im Ausland gelten. Ein Praxis-Beispiel: Französische Rohmilch-Käsespezialitäten sind in Frankreich verkehrsfähig und nach geltendem EU-Recht in ganz Europa, somit auch in Österreich zugelassen.
In Österreich aber kommen diese von Kennern hochgeschätzten Rohmilch-Produkte kaum in den Handel, da die Milchhygiene-Verordnung sehr strenge Grenzen an Keimen im Endprodukt vorschreibt. Resultat: Die meisten Produzenten und LEH-Anbieter lassen vorsichtshalber die Hände von diesen zum Teil außerordentlich gewinnträchtigen Käse-Delikatessen.

Aber auch wer sich bei Käse ausschließlich auf alpenländische Erzeugnisse konzentriert ist bestens bedient. Mit über 20.000 anerkannten Bio-Betrieben stellt Österreich die EU-Bio-Szene in den Schatten. Bio-Käse unterscheidet sich von konventionellem Käse vor allem in der Herstellung. Für Bio-Produkte wird nur Milch aus biologischer (und damit streng kontrollierter) Landwirtschaft verwendet. Österreichischer Käse kann sich selbst gegen die prominentesten EU-Hersteller durchsetzen. Und eine Glanzleistung nach der anderen aufs Parkett legen: Die österreichischen Käsemeister schneiden bei internationalen Käsewettbewerben regelmäßig ganz hervorragend ab („Selection Mondial“, „Käseweltmeisterschaften“, „Meisterschaften Grenoble“). Mit den heimischen Varianten internationaler Klassiker kann man sogar die Vorbilder aus den vielgepriesenen Mekkas der Käsewelt immer wieder souverän ausstechen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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