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Treiber des Wachstums im LEH waren steigende Preise

Lebensmittelpreise in Europa auf Vier-Jahres-Hoch

27.11.2017

Die Erhebungen von Nielsen zeigen, dass der Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs (FMCG-Produkte) im dritten Quartal 2017 in Europa um 2,8 Prozent angestiegen ist. Die heimischen Preistreiber sind laut Warenkorb der Arbeiterkammer die Markenprodukte und Bioprodukte.

Der Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs (sog. FMCG-Produkte, „Fast Moving Consumer Goods“ wie Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel) ist im dritten Quartal 2017 in Europa um 2,8 Prozent angestiegen. Dies zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen, einem globalen Performance Management Unternehmen, das Informationen und Erkenntnisse zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern liefert. Die Nielsen-Daten zum Lebensmitteleinzelhandel in 21 europäischen Ländern zeigen, dass sich die Menge für FMCG-Produkte leicht positiv (+0,3%) im Vergleich zum Vorjahr erhöhte. Treiber des Wachstums waren steigende Preise (+2,5%).

Erholung des Absatzes

„Die großen Volkswirtschaften in Europa wachsen schneller als im Jahr 2016. Gründe dafür sind die stärkere Konsumnachfrage, die steigende Inflationsrate und die Verbesserung der Beschäftigungsquote. Wie bereits im zweiten Quartal setzt sich die Erholung des Absatzes in Südosteuropa und ein geringeres (aber nachhaltiges) Wachstum in Nordeuropa weiter fort“, sagt Judith Kuiper, Geschäftsführerin Nielsen Österreich.

Das höchste Umsatzwachstum bei FMCG-Produkten unter den 21 betrachteten Ländern konnte erneut die Türkei mit einem Plus von 14,9  Prozent gegenüber dem Vorjahr erreichen, gefolgt von Ungarn (+5,3%) und Tschechien (+5,2%). Die Schweiz (-0,6%), Belgien (+0,4%) und Dänemark (+0,6%) verzeichneten das geringste Wachstum. „Der Umsatz für FMCG-Produkte in Österreich erhöhte sich um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl die Menge als auch die Preise stiegen um +1,7 Prozent", so Kuiper.

Starke Verteuerung bei Markenprodukten

In Österreich zeigte der AK-Warenkorb, dass die Preise für Markenprodukte mehr als doppelt so stark angezogen haben als die für Billigprodukte. Während Eigenmarken heuer eine Preissteigerung von 3,13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten, legten die Preise für Markenprodukte um 7,44 Prozent zu. Bioprodukte sind lauten aktueller Warenkorberhebung der AK Steiermark um 3,88 Prozent gestiegen. Derzeit kostet ein Warenkorb bestehend aus 15 Markenprodukten mit 30,68 Euro doppelt so viel, wie ein Warenkorb mit 15 vergleichbaren Produkten aus dem Billigsortiment, der 15,21 Euro ausmacht. Noch deutlich teurer ist ein Warenkorb mit Bioprodukten. Dieser kostet 39,28 Euro. "Die Preisdifferenz zwischen billigstem und teuerstem Warenkorb beträgt 24,07 Euro, das sind rund 158 Prozent", erklärte die AK-Marktforscherin Susanne Bauer. "In den letzten Jahren liegt die Preissteigerung für den Lebensmittelwarenkorb über der Erhöhung des durchschnittlichen Haushaltseinkommens", zeigt sich Bauer für die Zukunft besorgt.

Einen erfreulichen Trend gib es jedoch bei den Produktangaben. Mittlerweile ist bei 98 Prozent der Produkte ersichtlich, woher sie stammen. Im Jahr 2011 waren immerhin noch 35 Prozent ohne Herkunftsangaben. Die Anzahl der verschiedenen Länder, aus denen die Waren stammen, hat sich aber auch erweitert.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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