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LEH-Umsatz stieg 2011 um 2,85 Prozent auf 17,7 Mrd. Euro

05.09.2012
LEH

Während die Anzahl der Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte im vergangenen Jahr 2011 minimal zurückging, entwickelte sich der Gesamtumsatz LEH positiv und ist um 2,85 Prozent auf insgesamt 17,7 Milliarden Euro angestiegen. Das geht aus den Nielsen Basisdaten 2011 hervor.

Besonders die Verbrauchermärkte ab einer Verkaufsfläche von 2500 qm und die Supermärkte (400 bis 999 qm) haben zu dieser Umsatzsteigerung beigetragen. Die Zahl der Lebensmittelgeschäfte ist 2011 von 5.726 auf 5.652 gesunken. Die Nummer 1 am Markt ist die Rewe Group mit den Handelsschienen Merkur, Billa, Adeg und Penny. Per Dezember 2011 war der Handelskonzern in Österreich mit in Summe 1.872 Geschäften (2010: 1.891) vertreten.

Nielsen teilt der Rewe Group auch die Sutterlüty-Märkte zu. An dem Vorarlberger Handelsunternehmen hält Rewe allerdings nur eine Minderheitsbeteiligung. Spar kam mit seinen Linien Spar, Interspar, Eurospar und Maximarkt auf insgesamt 1.435 Läden (2010: 1.427). Hofer hielt per Jahresende 2011 438 Niederlassungen, nach 434 davor. Die Markant-Gruppe (Kastner, Kiennast, Pfeiffer, Wedl) mit ihren Märkten Nah & Frisch, Unimarkt Tabor, Pro Kaufland und Welas kam auf 814 Standorte (nach 880). Zielpunkt war 299-mal vertreten (nach 300). Lidl kam per Dezember 2011 auf 200 Geschäfte (nach 194), MPreis auf 191 (nach 177).

Nach Nielsen-Daten erwirtschaftete der gesamte Lebensmitteleinzelhandel (die Diskonter Hofer und Lidl werden geschätzt) im Vorjahr 17,7 Mrd. Euro, das ist ein Plus von fast 3 Prozent gegenüber 2010. Die Warengruppe „Food“ die mit über 8 Mrd. Euro den größten Anteil im LEH ausmacht, wuchs um 4,5 Prozent. Umsatzstärkste Bereiche waren Molkereiprodukte (+5,7% auf 1,9 Mrd. €), alkoholfreie Getränke (+4,9% auf 1,1 Mrd. €), alkoholische Getränke (+5,7% auf 1 Mrd. €), Grundnahrung (+8,8% auf 475 Mio. €) und Heißgetränke (+16,6% auf 407 Mio. €). Lediglich geringe Zuwächse wurden in den Segmenten Süßwaren (+1% auf 1 Mrd. €), Convenience (+0,5% auf 1 Mrd. €) und Tiefkühlkost (+1,2% auf 614 Mio. €) erzielt.

Der Anteil der Produkte, der im Lebensmittelhandel zu Aktionspreisen verkauft wird, hat etwas abgenommen. 2011 machten der LEH (Hofer und Lidl ausgenommen) 29,3 Prozent des Umsatzes mit Aktionsartikeln. 2010 betrug dieser Anteil 30,0 Prozent, ermittelte der Marktforscher Nielsen. Zu den Waren, die am häufigsten verbilligt verkauft werden, zählen Weichspüler, Waschmittel, Röstbohnenkaffee, Bier, Sekt, Toilettenpapier und Tafelschokolade. Besonders hoch ist der Promotionanteil bei Waschmittel und Weichspüler, wo bereits jede zweite Packung in Aktion verkauft wird. Für Handelsmarken ist der Plafond offenbar noch lange nicht erreicht, sie sind auch im Vorjahr weiter gewachsen. 2011 machten der LEH (wiederum Hofer und Lidl ausgenommen) 16,5 Prozent (nach 15,5 Prozent) des Umsatzes im Bereich „Food“ mit Eigenmarken. Weniger dynamisch ist die Entwicklung hingegen im Bereich Drogerieprodukte: Dort stagnierte der Eigenmarken-Anteil bei 16,5 Prozent.

Der Drogeriefachhandel setzte im vergangenen Jahr 1,681 Mrd. Euro um, nach 1,652 Mrd. Euro im Jahr davor. Bezogen auf die Anzahl der Standorte ist Schlecker (jetzt Dayli) mit 926 Filialen größter Player am Markt. Dahinter folgen die zu Rewe gehörende Drogeriekette Bipa mit 582 Standorten und dm drogerie markt mit 375 Geschäften.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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