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Michael Blass (AMA-Marketing) und Katharina Kossdorff (Fachverband der Lebensmittelindustrie).

Leichtes Exportplus trotz schwierigem Umfeld

21.10.2014

Angesichts des derzeitigen Russland-Embargos ist laut AMA (Agrarmarkt Austria) die Exportbilanz österreichischer Agrar- und Lebensmittelprodukte zumindest im ersten Halbjahr 2014 positiv. Vor allem Käse, Speck und Wurst sind sehr gefragt. Um das Bewusstsein der heimischen Konsumenten zu schärfen wurde nun die Initiative „schau drauf“ erarbeitet.

Nach einem erfolgreichen Ausfuhrjahr 2013 mit einem Exportwert von mehr als neun Milliarden Euro entwickeln sich die wertmäßigen Ausfuhren der österreichischen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft auch im ersten Halbjahr 2014 mit einem Plus von 1,8 Prozent absolut positiv – und das trotz eines marktpolitisch schwierigen Umfelds. Den Grund dafür sieht AMA-Geschäftsführer Michael Blass in der langjährigen und konsequenten Arbeit der österreichischen Exporteure. „Die Steigerungsrate ist das erste Mal seit zwanzig Jahren eingebremst. Österreich hat sich als Agrar-Exportnation fest etabliert. Das macht sich heuer bezahlt“, fasst Blass die aktuelle Situation zusammen.

Hoffnungsmarkt Westbalkan und Asien
 „Die Sonderwirtschaftsmaßnahmen Russlands zeigen, dass relativ geringe Änderungen des Marktgefüges ausreichen, um etablierte Warenströme aufzumischen. Die Bugwelle des Embargos stellt alle exportorientierten Unternehmen vor große Herausforderungen. Der Inlandsmarkt ist wichtiges Standbein. Ebenso brauchen wir die Möglichkeit, im Export zu wachsen“, so Blass. Die AMA beteiligt sich daher intensiv an bestehenden und künftigen Exportinitiativen, die den EU-Binnenmarkt langfristig entlasten. Blass sieht den Westbalkan und die asiatischen Märkte als Hoffnungsgebiete. „Der Wohlstand der Bevölkerung und damit das Interesse an hochqualitativen Lebensmitteln werden dort weiter zulegen.“

Kreative Kampagnen zur Bewusstseinsschärfung
Nachschärfen will die AMA bei Maßnahmen im Inland, um Kampagnen sowohl inhaltlich als auch zeitlich flexibel auf die Anforderungen der Märkte abstimmen zu können. Blass verspricht große Kreativität bei kurzfristigen Initiativen. „In den letzten Wochen haben wir gemeinsam mit Partnerorganisationen die Initiative ‚schau drauf‘ erarbeitet. Diese wird in wenigen Wochen starten und soll den Blick der Konsumenten für Herkunft und Qualität schärfen. Eine Initiative zur Unterstützung des Apfelmarktes ist ebenfalls seit wenigen Tagen online. Die Kampagne #apfeldazu wird hauptsächlich über die Kanäle der sozialen Netzwerke laufen. Gleichzeitig wollen wir Unternehmen motivieren, Gratis-Äpfel an ihre Mitarbeiter und Kunden zu verteilen“, erläutert Blass die konkreten Maßnahmen.

AMA will EU-Unterstützung nutzen
Die EU-Kommission hat finanzielle Unterstützung für Kampagnen in Aussicht gestellt, die den EU-Binnenmarkt entlasten. „Wir werden für alle Bereiche, die in den Verantwortungsbereich der AMA fallen, Anträge auf ko-finanzierte Programme einreichen, um die Erzeuger möglichst wirksam zu unterstützen. Mit einer Entscheidung rechnen wir in den ersten Monaten des nächsten Jahres“, erklärt Blass. Rund ein Drittel der gesamten agrarischen Exporte geht ins große Nachbarland Deutschland. Die Bundesrepublik ist mit Agrarexporten im Wert von drei Milliarden Euro der mit Abstand wichtigste Abnehmer Österreichs. Italien steht mit 1,3 Milliarden Euro an zweiter Stelle.
Der deutsche Markt sorgte auch im ersten Halbjahr 2014 für die insgesamt leichte Steigerung der österreichischen Agrarexporte. Wichtigste agrarische Umsatzbringer sind seit vielen Jahren Milch und Milchprodukte sowie Fleischzubereitungen wie Wurst, Schinken und Speck. So ist Käse in all seiner Vielfalt ein echter Dauerbrenner. 2013 wurden 52.590 Tonnen im Wert von 254 Millionen Euro exportiert. Im ersten Halbjahr 2014 gelang eine beachtliche Steigerung von plus 16 Prozent.

USA und Golfstaaten bauen weiter aus
Auch die Absätze in einigen EU-Ländern, die in den Jahren ab 2004 beigetreten sind, wachsen weiter. Deutlich zu spüren ist allerdings die wirtschaftlich angespannte Situation mit rückläufiger Kaufkraft. Beim bisherigen Spitzenreiter Ungarn, aber auch Slowenien und Tschechien, sank die Nachfrage nach österreichischen Lebensmitteln. Im Gegensatz dazu haben sich die Warenströme in die USA im vergangenen Jahr mit einer Wertsteigerung von zehn Prozent hervorragend entwickelt. Auch österreichischer Käse findet dort zunehmend Liebhaber. Erfreulich ist auch die Entwicklung in den Golfstaaten. Hier konnten die heimischen Exporteure im vergangenen Jahr eine wertmäßige Steigerung von fünf Prozent erwirtschaften. Die Zahlen des ersten Halbjahres 2014 lassen auf einen weiteren Aufwärtstrend hoffen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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