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Lekkerland Österreich mit 2-stelligem Umsatzplus

07.06.2006

Der Convenience-Händler Lekkerland Österreich, Zulieferer etwa für Tankstellen, Baumärkte, Bäckereien und Kioske, befindet sich auf Wachstumskurs und will künftig stärker auf Frische setzen. "Banane statt Schokoriegel - der Trend zu gesunder Ernährung setzt sich zunehmend auch im Convenience-Bereich durch. Dem wollen wir Rechnung tragen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Lekkerland Österreich, Albin Lintner, heute vor Journalisten in Wien.

Neben dem deutlichen Umsatzplus 2006 durch die beiden Neukunden Ankerbrot und BP habe sich in den vergangenen Monaten auch bei bestehenden Verkaufsstellen eine Trendwende von der Stagnation zu einem Wachstum eingestellt, zeigte sich Lintner erfreut. Dabei zeige sich bei den traditionellen Warengruppen (etwa Süßigkeiten) ein Wachstum unter dem Durchschnitt, alle gekühlten Produkten legten dagegen dreistellig zu. Getränke bewegen sich im Durchschnitt.

Für das Gesamtjahr 2006 geht Lintner jedenfalls von einem zweistelligen Umsatzwachstum aus. Entscheidend sei der Sommer, hieß es. Dem Trend zu Frische und Natürlichkeit folgend werde es künftig mehr gekühlte Flächen geben. Im Bäckerei-Bereich starte Lekkerland Österreich AG zudem mit einer Eigenmarke.

Lekkerland Österreich hat sich zuletzt die Belieferung der rund 180 Ankerbrot-Filialen als Großauftrag gesichert. Zuvor sind mehr als 460 BP-Tankstellen in Österreich auf die Kundenliste von Lekkerland gekommen (siehe LK-Handelszeitung 1/2006). Durch die beiden Großaufträge wird der Personalstand in Österreich um 25 auf 225 Beschäftigte erhöht.

Lekkerland Österreich ist eine Tochter der deutschen Lekkerland GmbH & Co KG. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Ternitz bei Wien und einem zweiten Standort in Stams/Tirol ist seit 1991 hier zu Lande tätig und beliefert österreichweit 4.800 Kunden. 85% des Umsatzes werden mit den führenden Mineralölgesellschaften erzielt, die größte Warengruppe sind Getränke. Im Jahr 2005 betrug der Umsatz von Lekkerland Österreich 120 Mio. Euro.
Um ein Gespür zu bekommen, in welche Richtung sich der Convenience-Handel entwickelt, hat Lekkerland Trendscouts rund um die Welt geschickt. Während sich Trends bisher langsam von den USA über Großbritannien und Deutschland nach Österreich fortgesetzt haben, habe sich diese Entwicklung durch die größere Mobilität der Konsumenten beschleunigt, so Lintner. Es sei daher wichtig, rechtzeitig Trends zu erkennen.
An Herausforderungen sieht man bei Lekkerland nicht nur das Teuer-Image der Tankstellen auf Grund der hohen Benzinpreise und dem damit einhergehenden Rückgang der Tank-Frequenz, sondern auch die Polarisierung hin zu Discount im Gegensatz zu Premium-Produkten. Als Zielgruppe Nummer 1 sieht Lekkerland daher den "Smart Shopper", der eine hohe Wertschätzung für Geld und eine skeptische Zukunftseinschätzung aufweist. Bis 2010 werde dieser Konsumentengruppe ein Wachstum von 50% vorhergesagt.

Als die vier Trends der Zukunft weist die Studie Frische, Innovationen, Eigenmarken, Virtualisierung und Einkaufserlebnis auf. Künftig werde es daher nicht nur mehr frisch gepresste Fruchtsäfte, vorgeschnittenes Obst und Gemüse, frisch gebackene Semmeln und ein breiteres Angebot an Sandwiches geben, sondern auch ein verbessertes Service, kleinere Verpackungseinheiten und neue Verpackungslösungen geben.
Auch dem Trend zu Eigenmarken trage Lekkerland Rechnung, jedoch nur in gewissen Produktbereichen, wo die Marke nicht im Vordergrund stehe. Mit neuen Technologien soll das Service verbessert werden und die Abwicklung an der Kassa schneller gehen. Auch der Trend zum Einkauf rund um die Uhr setzte sich zumindest in Convenience-Shops - auch in Österreich - zunehmend durch, so Lintner.

Das Erfolgsgeheimnis schlechthin sieht der Lekkerland Österreich-Chef im Einkaufserlebnis. Der "Mensch hinter dem Tresen" sei wichtiger denn je. "Der Convenience-Store könnte künftig somit die Rolle eines Nahversorgers übernehmen", gibt Lintner den Weg vor.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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