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Zankapfel ist die grüne Flasche der Geschmacksrichtung Limette: Sie enthält statt der vorgeschriebenen Mindestmenge von 7 Gramm Zucker nur knapp sechs.

Lemonaid: Nicht süß genug, um "Limonade" zu sein?

11.01.2019

Weltweit fordern Politiker und Gesundheitsexperten die Lebensmittelerzeuger zur Reduktion von Zucker, Salz und Fett in ihren Produkten auf. Offenbar kann aber auch zu wenig davon zum unerwarteten Problem werden.

Das Hamburger Unternehmen Lemon-aid beliefert den Handel seit 10 Jahren mit Biolimonaden. Die Produkte kommen aus fairem Anbau und enthalten darüber hinaus nur Wasser und Zucker. Zu wenig von letzterem, befand das Bezirksamt für Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt in Hamburg-Mitte, das den Hersteller aufforderte, entweder den Zuckergehalt seines Limetten-Getränks zu erhöhen oder auf die Bezeichnung "Limonade" zu verzichten.

Der Hintergrund: Die Leitsätze des deutschen Lebensmittelbuches aus dem Jahr 2002 sehen für Limonaden einen Mindest-Zuckergehalt von 7 Prozent vor. Lemonaid Limette enthält jedoch nur knapp sechs Prozent Zucker.

Unterzuckerung der Politik?

Beim Hersteller reagierte man empört, aber humorvoll. Nachdem Ernährungsministerin Julia Klöckner erst knapp zuvor ebenfalls eine Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Lebensmitteln gefordert hatte fragten die Hamburger: "Leidet die Frau Minister an akuter Unterzuckerung? Wir nennen uns ja mit Stolz ´Saftladen`, treten diese Bezeichnung aber gerne auch an die Behörden ab." Die Geschichte machte in den sozialen Medien die Runde, wo es Spott und Hohn für Amt und Politik regnete.

Unter Zugzwang geraten, reagierte nun das Bezirksamt: Man werde das Produkt vorerst nicht beanstanden, obwohl die Lebensmittel-Leitsätze für Limonaden einen Zuckergehalt von mindestens sieben Prozent vorsehen, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) will sich nun dafür einsetzen, dass die Vorgaben überprüft werden: „Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden, sondern der Normalfall sein.“

Andere Limonadenhersteller sind sauer

Die Leitsätze des Lebensmittelbuches sorgten für „Klarheit und Wahrheit bei Lebensmitteln“, heißt es auf der Internet-Seite der Kommission. Das funktioniert nur, wenn Verstöße auch Folgen haben, ärgern sich etablierte Limonadenhersteller über den Branchenaußenseiter. In einem ist man sich mit Lemon-aid sowie Senatorin Prüfer-Storcks einig: Offenbar ist es an der Zeit, die bald 20 Jahre alten Rezepturregeln des Lebensmittelbuches der heutigen Zeit anzupassen.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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