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Leserreise nach Barcelona

02.12.2002

Die Handelszeitung war gemeinsam mit Jos de Vries - The Retail Company für 3 Tage im November 2002 zum Shop-hopping in Spanien. Neben zahlreichen international tätigen Ketten werden wir auch einen regionalen Marktplatz besuchen.

Barcelona. Von unserer Studienreise durch die Hauptstadt Katalaniens konnten wir ein Bündel an neuen Ideen mit nach Hause nehmen.
Als Stadt ist Barcelona schon sehr interessant. Alleine die ungewöhnliche Architektur eines Antoni Gaudi verleiht der Hauptstadt Kataloniens ein unverwechselbares Aussehen. Barcelona ist zweifellos eine sehenswerte Stadt - mit ihrer günstigen Lage im Nordosten der iberischen Halbinsel, ihrem warmen, angenehmen Klima das ganze Jahr über, der Gastfreundschaft ihrer fast 2 Millionen Einwohner. Hier versucht man, immer modern zu sein, den neuesten internationalen Tendenzen zu folgen oder ihnen vorauszueilen. Das gilt auch für den Lebensmittelhandel.

Eines muss man zu Beginn festhalten: Der österreichische Lebensmittelhandel liegt gar nicht so schlecht im europäischen Feld, was Frischeanmutung, Präsentation und Sortimentsvielfalt betrifft. Davon haben sich auch die Teilnehmer unserer jüngsten Shop-hopping-Reise überzeugt, die mit der Handelszeitung durch Barcelona und Umgebung gebraust sind, um sich Märkte von Carrefour, Alcampo (Auchan) El Corte Inglés oder Caprabo anzuschauen. Diese Konzerne zählen in Spanien zu den Großen im Supermarkt- und Hypermarktbereich. Aber auch spezialisierte Märkte mit Stärken bei Präsentation oder Zielgruppe haben wir besucht; dazu einen Freiluftmarkt, der die ganze Vielfalt der spanischen Nahrungsmittelwelt widerspiegelt.

Hier die interessantesten Konzepte und Spezialitäten für Sie herausgepickt und transparent gemacht:

* Die „gemischten“ Konzepte (Warenhaus und Lebensmittel) einiger Hypermärkte erstrecken sich auf mehrere Ebenen, wobei die Lebensmittelabteilung im Untergeschoß zu finden ist.
* Bei Carrefour sahen wir Einkaufswelten, die bestimmte Themen zum Inhalt haben. Der Kunde bewegt sich von einer „Welt“ in die nächste. Das verhindert, dass man sich von der Marktgröße schrecken lässt.
* Generell wird in den Märkten großer Warendruck erzeugt, indem die Produkte sehr hoch gestapelt werden - oft in Höhen, die der Kunde nicht ohne Leiter erreichen kann.
* Beschilderungen werden sparsam eingesetzt. Von außen sind manche Märkte nicht ohne weiteres als solche erkennbar, da jede Plakatwerbung und/oder Sonderangebots-Aufsteller fehlen.
* Obst und Gemüse wird zwar tiefgekühlt, aber offen angeboten, sodass beliebige Mengen (z. B. an Erbsen, Pommes frites, Karotten., usw.) entnommen werden können. Das scheint ein spanisches (bzw. norditalienisches) Spezifikum zu sein.
* Fisch und Meeresfrüchte werden in separaten Bedienungsabteilungen angeboten. Die Ware liegt auf Crasheis und wird vor den Augen der Kunden küchenfertig gemacht.
* Convenience spielt auch in Bacelona eine große Rolle: von Pizza über Fertigprodukten bis zu kompletten Menüs, die in Folie verpackt werden.
* Im Land der Schinken werden entsprechend große Abteilungen gehegt und gepflegt, die durch Menge wirken.
* Auf passende Beleuchtung wird großer Wert gelegt. Allerdings wäre die Hitzeentwicklung einiger Strahler bei uns nicht vertretbar, in Spanien schon, weil hier andere Zusatzstoffe erlaubt sind.
* Oft findet man in den Märkten an mehreren Stellen Barcode-Leser, die eine Preiskontrolle erlauben.
* 50 Checkout-Kassen sind in den Hypermärkten (z. B. Hippercor) keine Seltenheit.
* Wein- und Spirituosenabteilungen werden in der Regel eher dunkel gehalten und optisch vom restlichen Geschäftsbereich abgehoben.
* Käse wird überwiegend in ganzen oder halben Laiben verkauft, vorgeschnittene Ware muss man in SB oft lange suchen.
* Vorgepackte und folierte Geschenkskörbe können wie Brot oder Mehl aus den Regalen genommen und in den Einkaufswagen gelegt werden.
* In einem Hypermarkt kurven Mitarbeiter auf Rollerskates zwischen Kassen und Abteilungen hin und her, bringen vergessene Ware oder gleichen Preise ab.
* Im Eingangsbereich sahen wir in einem Markt eine große Aktionsecke „Nimm 3, zahl 2“, in der Produkte aus verschiedenen Sortimenten präsentiert werden.
* Eine kleine TK-Theke in der Fleischabteilung enthält Fleisch für Hund & Katz’.
* Durchs ganze Sortiment: In der Mitte jedes Regals in einem Markt befindet sich eine Sonderangebotszone, in der Produkte um 99 Cent stehen. Der Kunde weiß das schon und muss nicht lange suchen.
* Segmentiertes Ladenkonzept (plusfresc): Die Sortimente werden den Kundenschichten angepasst (erfasst durch 55.000 Kundenkarten); Sonderform „sunka“: ein Einzelstandort mit Zielgruppe „berufstätige Mutter“ - bietet Sonderdienstleistungen wie Putzereiannahme, Fotodienst, aber auch Reparaturservice, der Waschmaschine usw. repariert, während die Hausfrau in der Arbeit ist; für diese Dienste wurde eine eigene Rezeption bei der Spielecke installiert.
* Italienische Kassen, die den Einkauf selbstständig in Sackerln verpacken.
* Bei Obst und Gemüse werden bei Supersol (Ahold) neben Sackerln auch Plastikhandschuhe für die SB-Kunden bereit gestellt.
* Produktidee: Auf Schale foliert werden 4 bis 5 verschiedene Käsesorten in kleinen Stücken angeboten; für die Käseplatte zu Hause.

UNSERE REISEGRUPPE: Margarethe und Alfons Daxböck (Kaufhaus Daxböck, Laaben), Robert Lichtenauer (Spar-Markt Rössli, Aspang), Harald Stegmüller, Franz Urban (beide Spar Verderber, Retz), Claudia und Christian Prauchner (Spar, Gresten), Karin und Markus Wörle (Spar, Tarrenz), Alois Schellhorn (WK Tirol), Rudolf Plangger (Metzgerei Plangger, Pfunds), Martin Gaber (Jos de Vries), Wolfgang Friedrich (Handelszeitung).

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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