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LGV geht gestärkt aus EHEC-Krise

29.06.2011

Die LGV-Frischgemüse, Österreichs größter Frischgemüseproduzent mit Sitz in Wien, hielt am Montag ihre 65. Ordentliche Generalversammlung in Wien Simmering ab. Als Konsequenz aus der EHEC-Krise wird eine Herkunftskennzeichnung für heimische Sorten gefordert.

Anstatt mit billigen Waren aus dem Ausland den Preis kaputt zu machen, sollten Supermärkte in Zukunft verstärkt auf österreichische Produkte setzen, etwa mit Österreich-Wochen im Handel. Gerade die aktuelle EHEC-Krise habe die Auswirkungen der „Geiz-ist-geil-Mentalität“ gezeigt, nämlich dass billige Produkte „auch billig produziert werden“, und damit nicht sicher seien, sagte Kammerdirektor Ing. Robert Fitzthum, Aufsichtsratsvorsitzender der LGV.

„Wir haben gesehen, wie verwundbar eine ganze Branche ist, und dass auch österreichische Produzenten – völlig unschuldig – unter den Mängeln von Billigprodukten aus dem Ausland zu leiden haben.“ Als Konsequenz forderte er noch einmal, heimische Produkte zu stärken und mit einer Herkunftsbezeichnung zu versehen – nicht nur in den Verkaufsregalen, sondern auch in der Gastronomie, im Catering oder in Schulen.  „Jeder Konsument hat ein Recht zu wissen, woher die Lebensmittel stammen, die er isst. Und die Nachfrage nach sicheren Lebensmitteln steigt.“

Insgesamt zog Fitzthum, der mit 96 % der abgegebenen gültigen Stimmen in seiner Funktion bestätigt wurde, eine positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit: „Seit 2004 waren wir immer in den schwarzen Zahlen, wir konnten den Rohertrag steigern und die Eigenmittelquote weiter erhöhen. Die Umsatzerlöse erreichten zuletzt 76,7 Mio. €, und auch der Warenwert stieg auf 61,05 Mio. €. Reduziert haben sich einzig – erfreulicherweise – unsere Verbindlichkeiten, und zwar um rund 23 %.“

Der Bau einer eigenen Verarbeitungshalle ist noch für heuer geplant. Weitere Ziele seien laut Fitzthum die Fortsetzung des Wachstums des Unternehmens sowie die Stärkung der Marke LGV.

 

1,6 Millionen Gurken vernichtet

Im Anschluss daran präsentierte LGV-Vorstand Mag. Gerald König die Geschäftsentwicklung des heurigen Jahres. Nach einem wetterbedingten holprigen Start konnten Menge und Preise im Laufe des Frühjahrs erhöht werden – bis zur EHEC-Krise. 1,6 Millionen Stück Gurken musste die LGV vernichten, und das, obwohl Österreich im Vergleich zu Resteuropa noch relativ glimpflich davon gekommen sei. „Mittlerweile haben sich die Preise wieder stabilisiert und die Krise ist langsam durchgestanden. Und letztendlich wird sich die Krise positiv auswirken“, ist König optimistisch. Denn die Konsumenten würden nun wieder verstärkt auf österreichische Produkte zurückgreifen, „das zeigen uns sämtliche Verkaufszahlen.“ Die Marke LGV konnte durch eine starke Medienpräsenz gestärkt werden.

Nun sei es für die Zukunft wichtiger denn je, dass die LGV und die Gärtner gemeinsam auftreten.

„Es dürfen keine Fehler passieren“, appellierte König an die anwesenden Mitglieder. Er stellte die Bildung eines Krisenstabs in Aussicht, dem auch einzelne Gärtner angehören sollen. Bezüglich eines Ausblicks auf die verbleibenden sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres tat König sich schwer: „Die Preise sind ins Bodenlose gefallen, dafür haben wir Marktanteile dazu gewonnen. Wie es ausgeht, werden wir Ende des Jahres wissen.“

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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